Praktijk

Wie reinigt man ein Tankpark?

Tankreinigung ist eine der komplexesten und risikoreichsten Formen industrieller Reinigung. Die Kombination aus beengten Räumen, Reststoffen, giftigen oder brennbaren Dämpfen und schwerer Ausrüstung macht es zu einem hochspezialisierten Fachgebiet. Für FM-Fachleute in der Petrochemie oder Lagerwirtschaft ist Kenntnis des Tankreinigungsprozesses unerlässlich für verantwortungsvolle Planung und Vergabe.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland unterliegt die Tankreinigung der BetrSichV (Betriebssicherheitsverordnung) für Arbeit in engen Räumen sowie dem BImSchG (Bundes-Immissionsschutzgesetz) und der AwSV (Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen). Der VdTÜV und die TRGS 900 (Technische Regeln für Gefahrstoffe) geben Grenzwerte für gefährliche Atmosphären vor. Im Hamburger Hafen und den Chemieparks am Rhein gelten zusätzliche Betreiberanforderungen. Die BGR/GUV-R 117 (Unfallverhütungsvorschrift für Arbeiten in engen Räumen) ist für die Planung von Tankreinigungen bindend.

Schlüsselbegriffe

Gasfrei machen
Entfernen von Dämpfen und Gasen aus einem Tank bis unter den MAK-Wert (maximale Arbeitsplatzkonzentration) und unter die UEG (untere Explosionsgrenze). Erster und kritischster Schritt.
Enger Raum
Raum, der nicht für längeren Personenaufenthalt ausgelegt ist, mit eingeschränktem Zugang und Risiko gefährlicher Atmosphären. Tanks fallen per Definition darunter.
Sludge
Bodensatz im Tank aus Produktrückständen, Rost, Wasser und Verunreinigungen. Muss als Gefahrstoff entfernt und entsorgt werden.
Gasmesstechniker
Zertifizierte Fachkraft, die die Atmosphäre in und um den Tank misst und beurteilt, ob ein sicheres Betreten möglich ist.
Dampfrückführung
System, das beim Entgasen freigesetzte Dämpfe in eine Dampfverarbeitungsanlage leitet statt in die Atmosphäre. Zunehmend vorgeschrieben durch Umweltauflagen.

Schrittweise Vorgehensweise

Die erste Phase ist die Vorbereitung: Erstellen Sie gemeinsam mit dem HSE-Beauftragten einen detaillierten Arbeitsplan, besorgen Sie Arbeitserlaubnisse und stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen Geräte und PSA verfügbar sind. Bestimmen Sie auf Basis des Vorprodukts und der Tankkonfiguration die am besten geeignete Reinigungsmethode. Beauftragen Sie einen Gasmesstechniker für die Atmosphärenbewertung.

Phase zwei ist das Gasfrei machen und Entgasen des Tanks. Pumpen Sie zunächst das Restprodukt so weit wie möglich ab. Belüften Sie den Tank zwangsweise, bis der Gasmesstechniker die Konzentrationen unter den sicheren Grenzwerten gemessen hat. Bei brennbaren Produkten muss die Konzentration unter die UEG fallen; bei giftigen Produkten unter den MAK-Wert. Nutzen Sie Dampfrückführung, wo die Genehmigung dies vorschreibt. Lassen Sie den Gasmesstechniker den Tank erst für die Begehung freigeben, wenn alle Werte stabil unter den Grenzwerten liegen.

In Phase drei findet die eigentliche Reinigung statt. Entfernen Sie zunächst den Sludge mit Saugwagen oder Schabemethoden. Reinigen Sie danach Tankwände und -boden mit Hochdruckwasserstrahlern, rotierenden Sprühköpfen oder chemischen Mitteln — je nach Verschmutzung. Fangen Sie das gesamte Reinigungswasser auf und entsorgen Sie es als Gefahrenstoff oder über die Betriebskläranlage. Schließen Sie mit einer Sichtinspektion und ggf. Abschlussmessung ab, bevor der Tank freigegeben wird.

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