Belegungssensoren für das Arbeitsplatzmanagement
Belegungssensoren messen, wie viele Personen sich in einem Raum befinden oder welche Arbeitsplätze belegt sind. In der hybriden Arbeitswelt, in der Büros selten voll ausgelastet sind, liefern diese Sensoren wesentliche Daten für Raumplanung, Energieeinsparung und Facilityservices. Sie sind die Augen des intelligenten Gebäudes.
Deutsche Rahmenbedingungen
In deutschen Bürogebäuden ist die durchschnittliche Arbeitsplatzbelegung nach der Corona-Pandemie auf 40–60 % gesunken. Anbieter wie Workplace Analytics, Freiraum oder internationale Anbieter (Mapiq, Spacewell) bieten Belegungsmessung als Service an. Die DSGVO verlangt, dass Belegungsdaten nicht auf einzelne Personen zurückführbar sein dürfen. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) und die Landesdatenschutzbehörden haben Leitlinien zur Mitarbeiterüberwachung am Arbeitsplatz veröffentlicht. Die ArbStättV enthält Anforderungen an Arbeitsplatzbedingungen, die durch Belegungsdaten verbessert werden können.
Schlüsselbegriffe
- PIR-Sensor
- Passiver Infrarotsensor. Erkennt Bewegung über Infrarotstrahlung. Günstig und einfach, registriert aber nur Anwesenheit (ja/nein), nicht die Personenanzahl.
- Radarsensor
- Sensor, der Bewegung und Anwesenheit über Radiowellen erkennt. Wirkt durch Hindernisse und kann mehrere Personen unterscheiden.
- Optischer Zähler
- Kamerabasiertes System, das Personen an Eingängen oder in Räumen zählt. Verarbeitet Bilder lokal (Edge Computing), um datenschutzsensible Rohdaten nicht zu übertragen.
- Under-Desk-Sensor
- Kleiner Sensor unter dem Schreibtisch, der per Wärmedetektion registriert, ob der Arbeitsplatz belegt ist. Datenschutzfreundlich: keine Kamera, keine Personenidentifikation.
- Heatmap
- Visuelle Darstellung von Belegungsdaten auf einem Grundriss. Zeigt farblich, welche Zonen in einem Zeitraum stark oder wenig genutzt werden.
Anwendung in der Praxis
Wählen Sie den Sensortyp auf Basis der Frage, die Sie beantworten wollen. Möchten Sie wissen, ob ein Besprechungsraum belegt ist? Ein PIR-Sensor reicht. Möchten Sie wissen, wie viele Personen darin sitzen (für die Lüftungssteuerung)? Nutzen Sie einen Radarsensor oder optischen Zähler. Möchten Sie je Arbeitsplatz messen? Under-Desk-Sensoren sind die datenschutzfreundlichste Option.
Planen Sie die Installation sorgfältig. Sensoren in Besprechungsräumen und Flex-Arbeitsplätzen liefern den größten Nutzen. Messen Sie mindestens drei Monate, bevor Sie Schlüsse ziehen: Muster werden erst über längere Zeiträume sichtbar. Kombinieren Sie Belegungsdaten mit anderen Quellen: Buchungssysteme (geplante vs. tatsächliche Belegung), WLAN-Verbindungen (anonyme Zählungen) und Energieverbrauch.
Nutzen Sie die Daten für konkrete Maßnahmen. Besprechungsräume, die strukturell freitags leer stehen, werden nicht mehr beheizt oder beleuchtet. Etagen mit unter 30 % Belegung werden konzentriert genutzt. Die Reinigung wird auf tatsächliche Nutzung statt feste Routinen ausgerichtet. Berichten Sie die Erkenntnisse an das Management als Grundlage für Flächenentscheidungen.
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