Gebäudepass: Anforderungen, Umsetzung und Chancen für das FM
Der digitale Gebäudepass wird in der EU durch die überarbeitete EPBD verpflichtend eingeführt. Er bündelt energetische, technische und materialspezifische Gebäudedaten in einem zugänglichen Digitalformat. Facility Manager, die ihre Gebäudedokumentation jetzt systematisieren, sind gut vorbereitet.
Deutsche Rahmenbedingungen
Deutschland setzt den EU-Gebäudepass über die GEG-Umsetzung und die nationale Implementierungsgesetzgebung um. Das Digitale Gebäudedatenmodell (GIM) und BIM-Standards (DIN EN ISO 19650) bilden die technische Grundlage für maschinenlesbare Gebäudepässe. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) koordiniert die Implementierung. Plattformen wie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und das DGNB-Zertifizierungssystem unterstützen die Digitalisierung von Gebäudedossiers. Das Materialpasport-Konzept wird durch die Circular Economy-Initiative der EU gefördert.
Schlüsselbegriffe
- Digitaler Gebäudepass
- Digitales Dokument nach EPBD, das Energielabel, Inspektionsberichte, Automationsklasse und Materialinformationen eines Gebäudes maschinenlesbar zusammenfasst.
- BIM (Building Information Modeling)
- Digitale Modellierungsmethode für Gebäude nach DIN EN ISO 19650, die als Grundlage für maschinenlesbare Gebäudepassdaten dient.
- Materialpasport
- Dokumentation der in einem Gebäude verbauten Materialien und deren Wiederverwendungspotenzial – Teil des erweiterten digitalen Gebäudepasses.
- Gebäudedossier
- Strukturierte Sammlung aller relevanten Gebäudedokumente (Pläne, Instandhaltungshistorie, Zertifikate, Inspektionsberichte) als Vorläufer des digitalen Gebäudepasses.
- Maschinenlesbarkeit
- Anforderung der EPBD, dass Gebäudepassdaten in standardisierten digitalen Formaten vorliegen, die automatisiert verarbeitet und in FM-Systeme integriert werden können.
Was die Vorschriften verlangen
Die überarbeitete EPBD verpflichtet EU-Mitgliedsstaaten zur Einführung digitaler Gebäudepässe. Deutschland arbeitet an der nationalen Umsetzung mit dem Ziel, ein digitales Dossier zu schaffen, das für Eigentümer, Käufer, Mieter und Behörden zugänglich ist. Der Gebäudepass wird mindestens enthalten: Energielabel, Inspektionsberichte technischer Anlagen, Gebäudeautomationsklasse und perspektivisch das Materialpasport. Die EPBD verlangt maschinenlesbare Formate zur Integration in BIM-Systeme und Gebäudeverwaltungssoftware.
Für Sie als Facility Manager ist der Gebäudepass sowohl Verpflichtung als auch Chance. Die Verpflichtung: Energielabel, Anlagenprüfberichte und Instandhaltungshistorie müssen aktuell gehalten werden. Die Chance: Sie verfügen erstmals über ein strukturiertes digitales Gebäudedossier, das als Grundlage für Instandhaltungsplanung, Sanierungsstrategie und Wertermittlung dient.
Beginnen Sie jetzt mit der Digitalisierung Ihrer Gebäudedossiers. Erfassen Sie Baupläne, Revisionszeichnungen, aktuelle Inspektionsberichte und Wartungsnachweise in einem strukturierten digitalen System. Der Übergang zum gesetzlich verpflichtenden Gebäudepass wird dann zu einer Formalie statt zu einer aufwändigen Nachholaufgabe.
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