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Belegungssensoren: Typen im Vergleich

Belegungssensoren messen, ob und wie viele Personen einen Raum nutzen. Sie bilden die Grundlage für datengesteuertes Arbeitsplatzmanagement, bedarfsgesteuerte Reinigung und Klimaoptimierung. Es gibt verschiedene Detektionstechnologien, jede mit eigenen Stärken und Schwächen. Die Wahl hängt vom Ziel ab: Anwesenheit erkennen oder genau zählen, Datenschutzanforderungen und Budget.

Deutsche Rahmenbedingungen

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) in Verbindung mit der DSGVO regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten am Arbeitsplatz. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (BfDI) hat Leitlinien zur Überwachung am Arbeitsplatz veröffentlicht. Kamerabasierte Zählsysteme unterliegen explizit den datenschutzrechtlichen Anforderungen. Das Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG, § 87 Abs. 1 Nr. 6) gibt dem Betriebsrat ein Mitbestimmungsrecht bei der Einführung technischer Einrichtungen zur Verhaltens- und Leistungsüberwachung. New-Work-Konzepte mit flexiblen Arbeitsplätzen sind in Deutschland weit verbreitet und schaffen die Nachfrage nach Belegungsdaten.

Schlüsselbegriffe

PIR-Sensor
Passiver Infrarotsensor. Erkennt Bewegungen durch Wärmestrahlung von Personen. Kostengünstig und datenschutzfreundlich, misst jedoch nur An-/Abwesenheit und erkennt still sitzende Personen nicht zuverlässig.
Thermopile-Sensor
Misst Wärmequellen in einem Raster und kann Personen zählen, ohne Bilder aufzuzeichnen. Gute Balance zwischen Genauigkeit und Datenschutz.
Radarsensor
Erkennt Bewegungen und Anwesenheit mittels Radiowellen. Funktioniert durch Materialien hindurch, erkennt auch still sitzende Personen und ist datenschutzfreundlich.
Kamera-Zählsystem
Zählt Personen mittels Bildanalyse, häufig mit KI. Höchste Genauigkeit, aber datenschutzsensitivstes Verfahren. Verarbeitet Bilder lokal (Edge), um Speicherung zu vermeiden.
Desk-Sensor
Sensor unter oder auf einem Schreibtisch, der erkennt, ob der Arbeitsplatz belegt ist. Liefert Belegungsdaten pro Arbeitsplatz für Flex- und Clean-Desk-Konzepte.

Anwendung in der Praxis

Die Wahl des Sensortyps beginnt mit der Frage: Was möchten Sie wissen? Für Besprechungsräume, bei denen Sie die tatsächliche Nutzung überwachen möchten, genügt ein PIR- oder Radarsensor, der An-/Aus-Belegung registriert. Für offene Arbeitsbereiche, bei denen Sie genaue Zählungen benötigen, ist ein Thermopile- oder Kamerasystem besser geeignet.

Datenschutz ist ein entscheidender Faktor. PIR-, Thermopile- und Radarsensoren erzeugen keine Bilder und sind von Natur aus datenschutzfreundlicher als Kamerasysteme. Kamerazähler verarbeiten zwar Bilder, aber moderne Systeme tun dies on-edge: Die Zählung wird lokal berechnet und nur die Zahl wird weitergeleitet. Stimmen Sie dies stets mit dem Datenschutzbeauftragten ab und informieren Sie den Betriebsrat, bevor Sensoren installiert werden.

Kostenmäßig reicht das Spektrum von etwa 20 Euro pro PIR-Sensor bis zu mehreren Hundert Euro pro Kamera-Zählsystem, jeweils ohne Gateway und Plattformlizenz. Beginnen Sie mit einem Pilotprojekt auf zwei bis drei Stockwerken mit dem Sensortyp, der am besten zu Ihrem Anwendungsfall passt. Werten Sie nach drei Monaten Datenqualität, Zuverlässigkeit und Praxistauglichkeit aus, bevor Sie auf das gesamte Gebäude skalieren.

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