CO₂-Sensoren und Raumluftqualität in Gebäuden
Die CO₂-Konzentration ist der am häufigsten verwendete Indikator für die Raumluftqualität in Gebäuden mit mechanischer Lüftung. Ein zu hoher CO₂-Wert weist auf unzureichende Lüftung hin und korreliert mit Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und erhöhter Krankenquote. IoT-CO₂-Sensoren ermöglichen kontinuierliches Monitoring und liefern Daten für eine bedarfsgesteuerte Lüftungsregelung.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) mit der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 stellen Anforderungen an Lüftung und Raumluftqualität. Das Umweltbundesamt (UBA) empfiehlt einen CO₂-Richtwert von unter 1.000 ppm für Innenräume (Kategorie II) und von unter 800 ppm für optimale Luftqualität (Kategorie I). Die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) veröffentlichte nach der COVID-19-Pandemie Empfehlungen zur CO₂-Überwachung in Bürogebäuden. DIN EN 16798 gibt Richtwerte für die Innenraumluftqualität in Nichtwohngebäuden.
Schlüsselbegriffe
- CO₂-Konzentration
- Die Menge Kohlendioxid in der Luft, ausgedrückt in parts per million (ppm). Außenluft enthält etwa 420 ppm; Innenwerte über 1.000 ppm weisen auf unzureichende Lüftung hin.
- NDIR-Sensor
- Non-Dispersive Infrared. Das gebräuchlichste Messprinzip für CO₂: Infrarotlicht wird von CO₂-Molekülen absorbiert; die Absorption ist ein Maß für die Konzentration.
- Bedarfsgesteuerte Lüftung
- Lüftungsregelung, die den Luftzustrom auf Basis aktueller CO₂-Messungen und Belegung anpasst statt mit einem festen Volumenstrom zu arbeiten. Spart Energie bei geringer Auslastung.
- Kalibrierung
- Periodische Eichung des Sensors zur Korrektur von Messdrift. Einige CO₂-Sensoren verfügen über automatische Basislinienkalibrierung; andere erfordern manuelle Justierung.
- Signalwert
- Ein CO₂-Schwellenwert (häufig 800 oder 1.000 ppm), der eine Aktion auslöst: Dashboard-Alarm, Lüftungserhöhung oder Benachrichtigung des Gebäudebetreibers.
Anwendung in der Praxis
CO₂-Sensoren werden in Räumen mit wechselnder Belegung installiert: Besprechungsräume, Großraumbüros, Schulräume und Kantinen. Platzieren Sie den Sensor auf Atemhöhe (1,5–1,8 Meter), fernab von Fenstern, Türen und Lüftungsauslässen, um repräsentative Messwerte zu erhalten. Ein Sensor pro Raum genügt für kleine bis mittelgroße Räume; große offene Flächen erfordern mehrere Messpunkte.
Die Messdaten werden über das Sensornetzwerk an ein Dashboard übertragen, auf dem Betreiber die Luftqualität pro Raum in Echtzeit sehen. Bei Überschreitung des Signalwerts kann das System automatisch die Lüftung hochfahren (bei Kopplung mit dem BMS) oder eine Meldung an den Gebäudebetreiber senden. Nach Dienstschluss oder am Wochenende reduziert die bedarfsgesteuerte Lüftung den Volumenstrom erheblich, was zu merklichen Energieeinsparungen führt.
Die Investition in CO₂-Monitoring zahlt sich auf drei Ebenen aus: Energieeinsparung durch bedarfsgesteuerte Lüftung (bis zu 30 % der Lüftungskosten), gesundheitliche Vorteile durch besseres Raumklima und fundierte Antworten auf Komfortklagen. Statt Diskussionen darüber, ob die Luft zu stickig ist, lassen Sie die Daten sprechen.
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