Praktijk

IoT-Plattformwahl im Gebäudemanagement

Die IoT-Plattform ist die zentrale Schicht, die Sensordaten empfängt, speichert, verarbeitet und Nutzern sowie anderen Systemen zur Verfügung stellt. Die Plattformwahl bestimmt, welche Sensoren angeschlossen werden können, wie Daten visualisiert werden und ob eine Integration mit CAFM und BMS möglich ist. Es ist eine strategische Entscheidung, die Sie für Jahre bindet.

Deutsche Rahmenbedingungen

Der deutsche Markt kennt sowohl spezialisierte Gebäudeplattformen (Planon, Siemens Desigo CC, Honeywell Forge) als auch generische IoT-Plattformen (Deutsche Telekom Cloud of Things, Microsoft Azure IoT, SAP IoT). Einige Sensorhersteller bieten eigene Plattformen an, die ausschließlich mit ihrer Hardware funktionieren. Der GEFMA-Arbeitskreis Digitalisierung und der ZVEI veröffentlichen regelmäßig Marktübersichten zu Smart-Building-Technologien. Das Fraunhofer IAO forscht zu IoT-Anwendungen im Gebäude- und Facility-Management-Bereich.

Schlüsselbegriffe

IoT-Plattform
Software, die Sensordaten sammelt, speichert, visualisiert und über Dashboards und APIs bereitstellt. Das Bindeglied zwischen Sensoren und Nutzern.
Offene Plattform
Eine Plattform, die Sensoren mehrerer Hersteller unterstützt, im Gegensatz zu einem geschlossenen System, das nur eigene Hardware akzeptiert.
Datenspeicherung
Art und Weise, wie Sensordaten aufbewahrt werden: historische Zeitreihen, Aggregationsniveaus und Aufbewahrungsfristen. Bestimmt, welche Analysen nachträglich möglich sind.
API-Zugang
Die Möglichkeit, Sensordaten über eine Programmierschnittstelle an andere Systeme (CAFM, BMS, eigene Dashboards) weiterzugeben.
Multi-Site-Management
Funktionalität zur Verwaltung und zum Vergleich mehrerer Gebäude oder Standorte aus einer Plattform heraus. Relevant für Immobilienportfolios.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit der Formulierung Ihrer Anwendungsfälle: Welche Daten möchten Sie erfassen, wer soll damit arbeiten und mit welchen Systemen muss die Plattform integriert werden? Unterscheiden Sie zwischen Pflichtanforderungen (Dashboard, Alarme, API zu CAFM) und wünschenswerten Funktionen (KI-Analyse, Benchmarking, mobile App).

Bewerten Sie Plattformen nach ihrer Offenheit: Unterstützt sie mehrere Sensormarken und Protokolle, oder sind Sie an einen Anbieter gebunden? Vendor-Lock-in ist ein reales Risiko im IoT-Markt. Prüfen Sie, ob Daten exportierbar sind und ob APIs für Kopplungen zur Verfügung stehen. Fragen Sie nach dem Speicherort der Daten (EU/DE) und dem Sicherheitsniveau. Datenschutzkonformität nach DSGVO ist ein Mindeststandard.

Planen Sie einen Proof of Concept mit Ihren geplanten Sensortypen und der Kandidaten-Plattform. Testen Sie nicht nur, ob die Sensoren Daten liefern, sondern auch, ob das Dashboard für die FM-Mitarbeiter im Tagesgeschäft nutzbar ist. Binden Sie die IT bei der Bewertung von Sicherheit, Netzwerkintegration und Verwaltbarkeit ein. Die günstigste Option ist selten die beste; kalkulieren Sie die Kosten über fünf Jahre inklusive Lizenzen, Support und Skalierbarkeit durch.

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