Lichtsensoren und Tageslichtsteuerung in Gebäuden
Lichtintensitätssensoren messen die Lichtstärke in einem Raum und steuern auf dieser Basis die Kunstbeleuchtung. In Kombination mit Belegungssensoren entsteht ein Beleuchtungssystem, das nur dort und dann leuchtet, wo und wann es benötigt wird – und das mit dem richtigen Lichtniveau. Für Gebäudebetreiber ist dies eine der direktesten Möglichkeiten, Energie zu sparen und den visuellen Komfort zu verbessern.
Deutsche Rahmenbedingungen
DIN EN 12464-1 legt Mindestbeleuchtungsstärken für Arbeitsplätze fest: 500 Lux für Büroarbeit, 300 Lux für Besprechungsräume. Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Technische Regel ASR A3.4 verpflichten Arbeitgeber zur ausreichenden Beleuchtung der Arbeitsstätte. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt für Neubauten und grundlegende Sanierungen Anforderungen an Beleuchtungssteuerung vor. Die DIN 18599 (Energetische Bewertung von Gebäuden) enthält Berechnungsverfahren für den Beleuchtungsenergiebedarf und berücksichtigt Tageslichtnutzung und Präsenzsensorik. Der ZVEI und der Deutsche Lichtrat veröffentlichen Empfehlungen zur energieeffizienten Beleuchtungsplanung.
Schlüsselbegriffe
- Lux
- Einheit der Beleuchtungsstärke: die Lichtmenge, die auf eine Fläche trifft. 500 Lux ist der Norm für Standard-Büroarbeitsplätze.
- Tageslichtregelung
- Automatische Anpassung der Kunstbeleuchtung in Abhängigkeit vom verfügbaren Tageslicht. Bei viel Tageslicht dimmt das System; bei Bewölkung oder Dämmerung schaltet es zu.
- Präsenzerkennung
- Beleuchtung, die nur einschaltet, wenn ein Sensor Anwesenheit erkennt. Verhindert, dass Licht in leeren Räumen brennt.
- DALI
- Digital Addressable Lighting Interface. Kommunikationsprotokoll für die digitale Steuerung einzelner Leuchten. Ermöglicht Dimmen und zonenweise Gruppierung.
- Konstantlichtregelung
- Das System hält einen konstanten Beleuchtungsniveau auf der Arbeitsfläche aufrecht, unabhängig von wechselndem Tageslicht. Der Sensor misst kontinuierlich und kompensiert entsprechend.
Anwendung in der Praxis
Lichtintensitätssensoren werden an oder in der Nähe der Decke montiert, auf die Arbeitsfläche ausgerichtet. Sie messen die Gesamtbeleuchtungsstärke (Tageslicht plus Kunstlicht) und regeln die Leuchten so, dass das gewünschte Niveau gehalten wird. Bei ausreichend Tageslicht dimmt das System die Kunstbeleuchtung oder schaltet sie aus; bei abnehmendem Tageslicht kompensiert es entsprechend.
Die Energieeinsparung ist beachtlich: Beleuchtung ist für 20 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs in Bürogebäuden verantwortlich. Tageslichtregelung in Kombination mit Präsenzsensorik kann diesen Anteil um 40 bis 60 Prozent reduzieren. Besonders in Gebäuden mit großen Glasflächen ist das Einsparpotenzial erheblich.
Bei der Implementierung ist die Kalibrierung des Lichtniveaus pro Zone wichtig. Der 500-Lux-Normwert gilt auf der Arbeitsfläche, nicht beim Sensor an der Decke. Stimmen Sie das System in Zusammenarbeit mit dem Beleuchtungslieferanten ab und testen Sie es gemeinsam mit den Nutzern, um Irritationen durch zu häufiges Dimmen zu vermeiden. DALI-Steuerung ermöglicht die Regelung pro Leuchte oder Zone, was Flexibilität bei wechselnden Raumaufteilungen bietet.
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