Farbcodesystem in der Krankenhausreinigung
Das Farbcodesystem ist ein grundlegendes Instrument zur Vermeidung von Kreuzkontaminationen in Klinikgebäuden. Jede Farbzone steht für einen Hygienebereich; Materialien werden niemals zonenübergreifend eingesetzt. Für FM-Verantwortliche ist die konsequente Einführung und Überwachung dieses Systems eine zentrale Aufgabe.
Deutsche Rahmenbedingungen
In deutschen Krankenhäusern empfiehlt die KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut) eine risikoorientierte Reinigung, die ein konsistentes Farbcodesystem einschließt. Die DIN EN ISO 15748 sowie die DGKH-Empfehlungen konkretisieren Hygienestandards für den Einsatz von Reinigungstextilien. Die DKG (Deutsche Krankenhausgesellschaft) hat in Zusammenarbeit mit der DGKH Leitfäden zur Umsetzung veröffentlicht. Viele Häuser orientieren sich an den Vorgaben des Deutschen Instituts für Krankenhaushygiene und setzen vier Standardfarben ein: Rot für Sanitärbereiche, Blau für Büros und Flure, Gelb für Küchen und Lebensmittelbereiche, Grün für Patientenbereiche und Behandlungsräume.
Schlüsselbegriffe
- Farbcodesystem
- Systematische Farbzuteilung von Reinigungstextilien nach Hygienezonen. Verhindert, dass Materialien aus Sanitärbereichen in Patientenzimmern eingesetzt werden.
- Kreuzkontamination
- Übertragung von Krankheitserregern durch Reinigungsmaterialien von einer Zone in eine andere. Das Farbcodesystem ist die wichtigste Präventionsmaßnahme.
- Hygienezone
- Bereich mit definiertem Infektionsrisiko und zugehöriger Farbe. Die Zonierung orientiert sich an der KRINKO-Risikoklassifizierung.
- Mikrofasertextilien
- Reinigungstücher aus Mikrofasern, die nach Einsatz in einer Hygienezone bei ≥60°C gewaschen werden müssen, bevor sie erneut verwendet werden dürfen.
- Zonenkontrolle
- Regelmäßige Überprüfung, ob Materialien korrekt nach Farbe getrennt gelagert und eingesetzt werden. Teil des internen Qualitätsaudits.
Schritt-für-Schritt-Einführung
Legen Sie zunächst die Farbzuteilung für Ihr Haus fest und dokumentieren Sie diese im Reinigungskonzept. Stimmen Sie die Farben mit dem Krankenhaushygieniker und der Hygienekommission ab. Verwenden Sie die in Deutschland gebräuchliche Standardzuteilung, sofern keine zwingenden hausinternen Gründe dagegensprechen – Abweichungen erhöhen das Verwechslungsrisiko bei Personalwechsel.
Beschaffen Sie alle Reinigungsmaterialien konsequent in den vier Systemfarben: Mikrofasertücher, Mopp-Bezüge, Eimer und Stielanschlüsse. Richten Sie die Materialdepots so ein, dass die Farben getrennt gelagert werden. Kennzeichnen Sie Reinigungswagen mit farbigen Zonenschildern. Eine klare visuelle Ordnung verhindert Verwechslungen im Arbeitsalltag.
Schulungen Sie alle Reinigungskräfte bei der Einarbeitung im Farbcodesystem. Nutzen Sie mehrsprachige Bildkarten, die ohne Leseaufwand verständlich sind. Prüfen Sie die Einhaltung regelmäßig in internen Audits. Der häufigste Fehler ist der Griff zur falschen Farbe bei Materialknappheit – stellen Sie daher ausreichende Bestände sicher und richten Sie ein Meldeverfahren für Engpässe ein.
Verwandte Themen
Verfolgen Sie die neuesten Nachrichten zu diesem Thema über Ziekenhuisreiniging auf FM Radar →