Mikrofaser versus traditionelle Reinigung in Gesundheitseinrichtungen
Die Wahl zwischen Mikrofaser und traditionellen Reinigungsmethoden hat direkte Konsequenzen für Reinigungsqualität, Kosten und Nachhaltigkeit in Gesundheitseinrichtungen. Mikrofaser ist in den meisten deutschen Krankenhäusern mittlerweile Standard, aber die Umstellung erfordert Anpassungen in Arbeitsweise und Logistik.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die meisten deutschen Krankenhäuser sind in den vergangenen Jahren auf Mikrofasersysteme umgestiegen, unterstützt durch KRINKO-Empfehlungen und Nachhaltigkeitsziele. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) hat Mikrofaseranwendungen in seine Ausbildungsprogramme integriert. Wasser- und Chemikalienverbrauch sinken bei Mikrofaser signifikant, was zu den Klimaschutzzielen der Krankenhäuser und den Vorgaben des Klimaschutzgesetzes passt. Die TRBA 250 und KRINKO-Empfehlungen regeln die hygienische Aufbereitung von Reinigungstextilien.
Schlüsselbegriffe
- Mikrofaser
- Synthetische Faser, die 100-mal dünner ist als ein menschliches Haar. Bindet Schmutz und Mikroorganismen mechanisch in der Faserstruktur – weniger Chemie erforderlich.
- Vorbefeuchtetes System
- Mikrofasertücher werden mit der richtigen Menge Reinigungslösung vorab befeuchtet. Verhindert Überdosierung und gewährleistet gleichmäßige Ergebnisse.
- Kreuzkontamination
- Übertragung von Mikroorganismen von einem Bereich auf einen anderen über Reinigungsmaterialien. Einmaliger Einsatz von Tüchern pro Fläche verhindert dies.
- Waschbarkeit
- Mikrofasertücher sind bis zu 300–500 Mal bei 90 °C waschbar ohne Qualitätsverlust – nachhaltiger als Einweglösungen.
- Einwirkzeit
- Zeit, die das Reinigungsmittel auf der Oberfläche einwirken muss. Bei Mikrofaser steht mechanische Wirkung im Vordergrund, bei Desinfektion bleibt die Einwirkzeit zwingend.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Starten Sie mit einem Pilotprojekt auf einer Station, um den Umstieg zu testen. Wählen Sie eine Station mit durchschnittlichen Reinigungsanforderungen. Messen Sie die aktuelle Reinigungsqualität vorab mit ATP-Messungen, um eine Nullmessung zu haben.
Schulen Sie das Reinigungsteam in der richtigen Mikrofasertechnik. Der häufigste Fehler ist zu starker Druck oder zu viel Feuchtigkeit – Mikrofaser funktioniert am besten mit leichtem Druck und minimaler Feuchtigkeit. Führen Sie das vorbefeuchtete System ein, bei dem Tücher mit der exakten Dosierung vorab befeuchtet werden. Verwenden Sie für jede Flächengruppe ein frisches Tuch, um Kreuzkontamination zu vermeiden.
Organisieren Sie die Logistik entsprechend dem Volumen. Ein Krankenhaus verbraucht täglich hunderte Mikrofasertücher, die gewaschen, kontrolliert und verteilt werden müssen. Sie benötigen einen Waschprozess bei mindestens 90 °C und ein System zum rechtzeitigen Ersetzen verschlissener Tücher. Messen Sie nach dem Pilotprojekt erneut mit ATP und vergleichen Sie die Ergebnisse. In der Praxis zeigt sich regelmäßig eine Verbesserung der Reinigungsqualität bei gleichzeitigem Rückgang von Wasser- und Chemikalienverbrauch.
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