Reinigung des Operationssaals: Normen und Anforderungen
Der Operationssaal stellt die höchsten Reinigungsanforderungen im Krankenhaus. Jede Abweichung vom Protokoll kann postoperative Wundinfektionen verursachen. Als FM-Fachkraft müssen Sie die geltenden Normen kennen und sicherstellen, dass Ihr Reinigungsteam oder Dienstleister diese einhält.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gelten für Operationssäle die KRINKO-Empfehlung 'Prävention postoperativer Wundinfektionen' sowie die DIN 1946-4 (Raumlufttechnische Anlagen in Gebäuden und Räumen des Gesundheitswesens). Die DIN EN ISO 14644 regelt die Klassifizierung von Reinräumen und wird für OP-Lüftungsanlagen herangezogen. Die TRBA 250 schützt das Reinigungspersonal. Das Gesundheitsamt überprüft OP-Hygiene im Rahmen regulärer Begehungen. Der Desinfektionsmittelplan der Einrichtung bildet die Grundlage für alle OP-Reinigungsmittel.
Schlüsselbegriffe
- Zwischenreinigung
- Reinigung zwischen zwei Operationen. Konzentriert sich auf das unmittelbare Operationsumfeld: Operationstisch, Narkosegeräte, Lampen und den Boden im Arbeitsbereich.
- Endreinigung
- Tägliche Grundreinigung des gesamten OP nach dem letzten Eingriff – umfasst alle Oberflächen, Geräte, Wände bis Griffhöhe und den gesamten Boden.
- Periodikreinigung
- Wöchentliche oder monatliche Tiefenreinigung einschließlich Decken, Lüftungsgitter und schwer erreichbarer Stellen – geplant außerhalb des OP-Programms.
- Reinraumklasse
- Klassifizierung der Luftqualität im OP nach DIN EN ISO 14644. Bestimmt auch die Reinigungsanforderungen für Decken und Lüftung.
- Einwirkzeit
- Mindestzeit, die ein Desinfektionsmittel auf der Oberfläche feucht bleiben muss, um wirksam zu sein – für die OP-Desinfektion entscheidend.
Gesetzliche Anforderungen
Die KRINKO schreibt vor, dass Operationssäle nach jedem Eingriff einer Zwischenreinigung und -desinfektion unterzogen werden. Der gesamte OP erhält täglich eine Endreinigung und regelmäßig eine Tiefenreinigung. Die Empfehlungen spezifizieren, welche Oberflächen wann und mit welchem Mitteltyp zu behandeln sind.
DIN 1946-4 ist relevant für die Lüftungsanlage im OP. Obwohl die Norm primär Luftmengen und Filtration regelt, hat dies direkte Konsequenzen für die Reinigung: Staubentwicklung während der Reinigung muss minimiert werden, und Lüftungsgitter sowie HEPA-Filter erfordern spezifische Reinigungspflege gemäß Herstellervorgaben.
Das Gesundheitsamt bewertet bei Begehungen, ob das Reinigungsprotokoll für den OP aktuell ist, ob Personal spezifisch für OP-Reinigung geschult ist und ob regelmäßige Qualitätskontrollen stattfinden. Dokumentieren Sie Zwischen- und Endreinigung für jeden OP täglich. Halten Sie Abweichungen fest und weisen Sie nach, dass Korrekturmaßnahmen ergriffen wurden. Bei Ausschreibungen nehmen Sie die vollständigen OP-Reinigungsanforderungen in das Leistungsverzeichnis auf, einschließlich der Anforderung einer OP-spezifischen Schulung des Personals.
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