Reinigungsauditmethoden im Gesundheitswesen
Reinigungsaudits messen, ob die Reinigung das gewünschte Ergebnis tatsächlich erzielt. Im Gesundheitswesen reicht 'es sieht sauber aus' nicht – Sie müssen nachweisen können, dass Oberflächen mikrobiologisch sicher sind. Verschiedene Auditmethoden ergänzen sich und liefern gemeinsam ein vollständiges Bild.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland arbeiten Krankenhäuser mit einer Kombination aus Sichtprüfungen, ATP-Messungen und mikrobiologischen Abklatschproben. Die KRINKO-Empfehlung zur Reinigung und Desinfektion von Flächen im Krankenhaus beschreibt die Anforderungen an die Qualitätssicherung. Das RKI benennt ATP-Messungen als valides Screening-Instrument. Für Hochrisikobereiche empfiehlt die DGKH quartalsmäßige ATP-Messungen und anlassbezogene mikrobiologische Kulturen bei Ausbrüchen. Das Gütezeichen RAL-GZ 902 verlangt regelmäßige Qualitätsnachweise vom Reinigungsdienstleister.
Schlüsselbegriffe
- ATP-Messung
- Messung von Adenosintriphosphat auf Flächen mit einem Luminometer. ATP ist in allen lebenden Zellen vorhanden und gibt einen Hinweis auf die biologische Belastung.
- Fluoreszenzmarker
- Unsichtbare Markierungen oder Gel, die vorab auf Flächen aufgetragen werden. Nach der Reinigung prüfen Sie mit UV-Licht, welche Marker entfernt wurden – ein Maß für die Gründlichkeit.
- Abklatschprobe
- Mikrobiologische Kulturen von Flächen mit Kontaktplatten (RODAC). Zeigt, welche Mikroorganismen vorhanden sind; Ergebnisse benötigen 24–48 Stunden.
- Auditprotokoll
- Festgelegtes Dokument, das beschreibt, wer, was, wann und wie auditiert. Standardisiert die Methode für vergleichbare Ergebnisse.
- Nullmessung
- Erste Messung bei Vertragsbeginn oder nach einer Prozessänderung. Dient als Referenzpunkt für alle Folgemessungen.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Beginnen Sie jeden neuen Vertrag oder jede Prozessänderung mit einer Nullmessung. Kombinieren Sie Sichtprüfung mit ATP-Messungen an mindestens 50 Messpunkten über alle Risikozonen verteilt. Dies gibt Ihnen einen objektiven Ausgangspunkt, gegen den Sie Verbesserungen oder Verschlechterungen messen können.
Richten Sie einen Auditkalender mit drei Ebenen ein. Ebene 1: tägliche Sichtkontrolle durch den Schichtleiter Reinigung auf der eigenen Station. Ebene 2: monatlicher Reinigungsaudit durch einen unabhängigen Auditor (nicht die ausführende Firma). Ebene 3: Quartalsaudit mit ATP-Messungen und ggf. Fluoreszenzmarkern in Hochrisikobereichen.
Besprechen Sie Auditergebnisse regelmäßig im monatlichen Reinigungsgespräch. Stellen Sie Ergebnisse in einem Dashboard mit Trendlinien je Abteilung und Risikozone dar. Bei Abweichungen folgt eine Ursachenanalyse: liegt es an der Methode, dem Material, der Frequenz oder der Ausführung? Legen Sie gezielte Verbesserungsmaßnahmen fest und messen Sie den Effekt beim nächsten Audit. Führen Sie eine separate Dokumentationsmappe für das Gesundheitsamt, damit Sie bei einer Inspektion sofort belegen können, dass Sie systematisch messen, auswerten und verbessern.
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