Reinigungsplan für eine Gesundheitseinrichtung erstellen
Ein Reinigungsplan ist das Basisdokument, das festhält, wie, wann und womit jeder Raum in einer Gesundheitseinrichtung gereinigt wird. Ohne aktuellen Reinigungsplan ist eine strukturelle Qualitätssicherung unmöglich. Der Plan bildet die Grundlage für eigenes Personal ebenso wie für ausgelagerte Dienste.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das Gesundheitsamt erwartet von jeder Gesundheitseinrichtung einen aktuellen Reinigungsplan, der auf die KRINKO-Empfehlungen abgestimmt ist. Der Plan ist Teil des Qualitätsmanagementsystems, das das Infektionsschutzgesetz (IfSG) und die Landeshygieneverordnungen vorschreiben. Die DGKH und die DKG bieten Mustervorlagen und Arbeitshilfen für die Erstellung von Hygienekonzepten und Reinigungsplänen. Die DIN 13063 beschreibt Anforderungen an Reinigungsleistungen in Gesundheitseinrichtungen.
Schlüsselbegriffe
- Raumerfassung
- Vollständiges Verzeichnis aller Räume der Einrichtung mit Funktion, Fläche und spezifischen Merkmalen. Bildet die Grundlage für den Reinigungsplan.
- Risikoklassifizierung
- Einteilung der Räume in Risikoklassen (niedrig bis sehr hoch) nach KRINKO auf Basis des Infektionsrisikos. Bestimmt Reinigungsmethode, -häufigkeit und -mittel.
- Arbeitsanweisung
- Detaillierte Arbeitsanweisung pro Raumtyp, die beschreibt, welche Flächen mit welcher Methode und welchen Mitteln gereinigt werden.
- Arbeitsplanung
- Übersetzung des Reinigungsplans in tägliche, wöchentliche und periodische Aufgaben mit Zeitvorgabe pro Mitarbeiter.
- Versionsverwaltung
- Systematische Dokumentation von Änderungen am Reinigungsplan. Unerlässlich, damit immer die aktuelle Version in Verwendung ist.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Beginnen Sie mit einer vollständigen Raumerfassung. Gehen Sie die Einrichtung durch und erfassen Sie jeden Raum mit Funktion, Fläche, Bodenbelag und Besonderheiten. Nutzen Sie Grundrisse als Basis und aktualisieren Sie diese bei Bedarf. Klassifizieren Sie anschließend jeden Raum in eine Risikozone nach KRINKO: niedrig (Büros, Wartebereiche), mittel (Pflegestationen), hoch (ITS, Dialyse) oder sehr hoch (OP, Isolation).
Legen Sie die Reinigungsanforderungen pro Risikozone in Abstimmung mit dem Krankenhaushygieniker fest. Beschreiben Sie Häufigkeit (täglich, mehrmals täglich, wöchentlich, periodisch), Methode (nass, feucht, trocken, desinfizierend) und anzuwendende Mittel. Erarbeiten Sie daraus Arbeitsanweisungen, die Reinigungsmitarbeiter direkt nutzen können – konkret, visuell und in verständlicher Sprache.
Übersetzen Sie den Plan in eine Arbeitsplanung mit Routen und Zeitvorgaben. Berechnen Sie den erforderlichen Kapazitätsbedarf in Stunden und Vollzeitäquivalenten. Integrieren Sie ein Qualitätskontrollsystem mit Sichtkontrollen, stichprobenartigen ATP-Messungen und regelmäßigen Audits. Planen Sie halbjährlich eine Überprüfung mit der Hygienekommission, um den Plan auf Basis von Auditergebnissen, Vorfällen oder geänderten Richtlinien anzupassen.
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