Concept

Was ist Krankenhausreinigung?

Krankenhausreinigung ist die Gesamtheit der Reinigungs-, Desinfektions- und Hygieneprozesse in Gesundheitseinrichtungen. Sie unterscheidet sich grundlegend von regulärer Unterhaltsreinigung durch strenge Protokolle zur Infektionsprävention. Für FM-Fachleute im Gesundheitsbereich ist sie eine der kritischsten Dienstleistungen, die es zu organisieren gilt.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland regeln die KRINKO-Empfehlungen (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention beim Robert Koch-Institut) die Anforderungen an Reinigung und Desinfektion in Krankenhäusern. Die DIN 13063 beschreibt Anforderungen an Reinigungsleistungen in Gesundheitseinrichtungen. Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet Gesundheitseinrichtungen zur Umsetzung hygienischer Maßnahmen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat Qualitätsindikatoren für Krankenhaushygiene festgelegt. Die DGKH (Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene) veröffentlicht Leitlinien und Standards.

Schlüsselbegriffe

Infektionsprävention
Gesamtheit der Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Mikroorganismen in der Versorgungsumgebung. Reinigung ist dabei die erste Verteidigungslinie.
Desinfektion
Abtötung oder Inaktivierung krankheitserregender Mikroorganismen auf Oberflächen. Erfolgt nach der Reinigung und erfordert zugelassene Desinfektionsmittel.
Risikoklassifizierung
Einteilung von Krankenhausbereichen in Risikoklassen (niedrig bis sehr hoch) nach KRINKO, die Reinigungsmethode, -häufigkeit und -mittel bestimmt.
Kontaktfläche
Häufig berührte Oberflächen wie Türgriffe, Lichtschalter und Bettgestelle. Diese erfordern höhere Reinigungsfrequenzen als Böden oder Wände.
Zweistufiges Verfahren
Erst reinigen, um sichtbaren Schmutz zu entfernen, dann desinfizieren. Beide Schritte sind notwendig, da Desinfektionsmittel auf verschmutzten Flächen nicht wirksam sind.

Funktionsweise

Krankenhausreinigung funktioniert nach dem Prinzip der Risikobewertung. Jeder Bereich eines Krankenhauses erhält eine Risikoklassifikation nach KRINKO, die bestimmt, wie oft und wie intensiv gereinigt wird. Ein Wartezimmer fällt in eine niedrigere Kategorie als ein Operationssaal oder ein Isolierzimmer.

Der Reinigungsprozess folgt immer dem zweistufigen Verfahren: zuerst reinigen, dann desinfizieren. Reinigung entfernt organisches Material und Schmutz; Desinfektion tötet die verbleibenden Mikroorganismen ab. Diese Reihenfolge ist zwingend – Desinfektionsmittel können durch Schmutz nicht hindurchwirken. Das Personal verwendet farbkodierte Materialien, um Kreuzkontaminationen zwischen Bereichen zu verhindern.

Die Organisation basiert auf klaren Protokollen, Schulung und Kontrolle. Reinigungspläne beschreiben für jeden Raumtyp Häufigkeit, Methode und Mittel. Qualitätskontrolle erfolgt durch Sichtkontrollen, ATP-Messungen und regelmäßige Audits. FM-Fachleute steuern auf Outputebene (messbare Sauberkeit) statt auf Inputebene (Stunden und Häufigkeiten) – eine Entwicklung, die den ergebnisorientierten Ansatz im Gesundheitswesen widerspiegelt.

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