Praktijk

Wie entwickeln Sie eine DCIM-Strategie?

Data Center Infrastructure Management (DCIM) kombiniert Monitoring, Kapazitätsplanung und Asset-Management in einer Plattform. Eine gute DCIM-Strategie verhindert, dass man in Sensordaten ertrinkt, ohne verwertbare Erkenntnisse zu gewinnen. Die Implementierung erfordert Zusammenarbeit zwischen FM, IT-Betrieb und Management.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland setzen Rechenzentren DCIM-Plattformen von Anbietern wie Schneider Electric (EcoStruxure IT), Vertiv (Trellis), Rittal, Nlyte und Sunbird ein. Die GEFMA 510 beschreibt Anforderungen an CAFM-Systeme, die als Grundlage für DCIM-Implementierungen herangezogen werden. Integration mit bestehenden BMS- und CMDB-Systemen ist auch im deutschen Markt eine häufige Herausforderung. Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) macht eine präzise Energie-Datenerfassung ab 2024 zur Pflicht.

Schlüsselbegriffe

DCIM
Data Center Infrastructure Management. Plattform zur Überwachung, Visualisierung und Verwaltung physischer Rechenzentrumsinfrastruktur (Strom, Kühlung, Fläche, Assets).
CMDB
Configuration Management Database. IT-Register aller Assets und ihrer gegenseitigen Beziehungen. DCIM ergänzt die CMDB um physische Standort- und Infrastrukturdaten.
Kapazitätsplanung
Vorhersage und Verwaltung verfügbarer Strom-, Kühl- und Raumkapazität, um künftige Nachfrage ohne Über- oder Unterdimensionierung zu bedienen.
Stranded Capacity
Strom- oder Kühlkapazität, die nominell verfügbar ist, aber durch Konfiguration oder Verteilung nicht genutzt werden kann. DCIM macht dies sichtbar.
BMS-Integration
Anbindung von DCIM an das Gebäudeleittechniksystem (GLT/BMS). Fasst Gebäudesysteme (Kühlung, Strom, Brandmeldeanlage) in einem operativen Bild zusammen.

Schritt für Schritt vorgehen

Beginnen Sie mit der Formulierung konkreter Ziele. Wollen Sie Kapazitäten überwachen, um Erweiterungen zu planen? Energieverbrauch für das EnEfG oder die EED berichten? Oder die Wartung optimieren? Das Ziel bestimmt, welche Module Sie zuerst implementieren und welche Daten Sie benötigen.

Der zweite Schritt ist eine Bestandsaufnahme vorhandener Datenquellen. Erfassen Sie, welche Sensoren bereits vorhanden sind (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Stromzähler), welche Systeme Daten liefern (BMS, PDUs, USV) und wo manuelle Erfassung noch Standard ist. Die meisten Rechenzentren verfügen über mehr Daten, als sie nutzen.

Implementieren Sie schrittweise. Beginnen Sie mit Asset Discovery und Stromkettenabbildung: Welcher Server hängt an welcher PDU, welche PDU an welcher USV? Fügen Sie danach Monitoring hinzu (Echtzeit-Dashboards und Alarme) und bauen Sie anschließend Kapazitätsplanung und Berichterstattung aus. Vermeiden Sie die Versuchung, alles auf einmal umsetzen zu wollen. Ein funktionierendes Basisdashboard, das das Team täglich nutzt, schafft mehr Mehrwert als eine vollständig konfigurierte Plattform, die niemand öffnet.

Verwandte Themen