Functie

Facility Manager im Bildungsbereich

Der Facility Manager im Bildungsbereich bewirtschaftet die physische Lernumgebung: Gebäude, Reinigung, Verpflegung, Sicherheit und Instandhaltung. Es ist eine vielseitige Funktion, die technisches Fachwissen mit Kenntnissen des Bildungssektors und der Zusammenarbeit mit Schulleitung, Lehrkräften und Schülerschaft verbindet.

Deutsche Rahmenbedingungen

An deutschen Bildungseinrichtungen gewinnt professionelles Facility Management zunehmend an Bedeutung. An Berufsschulen und Hochschulen ist ein dediziertes FM-Team üblich. An allgemeinbildenden Schulen wird die FM-Funktion oft mit der Rolle des Hausmeisters oder Gebäudemanagers kombiniert. Die GEFMA (German Facility Management Association) bietet eine Fachgruppe Bildungseinrichtungen. Die Richtlinien GEFMA 100 und 200 sowie DIN 77001 bilden den normativen Rahmen. Das Schulgesetz des jeweiligen Bundeslandes und das Schulbaurecht (Schulbaurichtlinien der Länder) definieren Anforderungen an Schulgebäude.

Schlüsselbegriffe

Schulentwicklungsplanung
Kommunaler Plan für die Schulraumversorgung, der festlegt, welche Schulen gebaut, saniert oder zusammengelegt werden.
Mittelfristiger Instandhaltungsplan (MIP)
Systematische Übersicht aller Instandhaltungsmaßnahmen am Schulgebäude für die nächsten 10–20 Jahre.
Gebäudebewirtschaftungsvertrag
Vertrag zwischen Schulträger und Dienstleister über die Erbringung von FM-Leistungen (Reinigung, Wartung, Energie) auf Basis von DIN 77001 oder GEFMA 100.
Raumluftqualität
Qualität von Luft, Temperatur, Licht und Akustik im Schulgebäude — direkt verbunden mit Lernleistungen; geregelt durch DIN EN 15251.
GEFMA Fachgruppe Bildungseinrichtungen
Plattform innerhalb der GEFMA für den Wissensaustausch zwischen FM-Fachleuten im Bildungsbereich.

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

Der Facility Manager im Bildungsbereich hat ein breites Aufgabenspektrum. Die Kernverantwortlichkeiten umfassen: Gebäudemanagement und -instandhaltung (von der laufenden Wartung bis zum mittelfristigen Instandhaltungsplan), Reinigungsmanagement (Eigendienst oder Fremdvergabe), Verpflegung und Betreuung, Sicherheit und Zugangssteuerung, Energiemanagement und Nachhaltigkeit sowie Raummanagement (Belegungsplanung, Ausstattung).

Im Bildungsbereich ist der FM-Manager Teil des administrativen Leitungsteams. Die Zusammenarbeit mit dem Schulträger, der Schulleitung und den Lehrkräften ist wesentlich. Entscheidungen über Mensarenovierungen oder Anpassungen des Raumklimas wirken sich direkt auf den Kernprozess (Unterricht) aus. Der FM-Manager muss auf verschiedenen Ebenen agieren — von technisch-operativ bis strategisch-administrativ.

Qualifikationswege sind vergleichbar mit dem allgemeinen FM. Auf Ausbildungsebene bietet die Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder zum Gebäudemanager eine Grundlage. Auf Bachelor-Niveau ist der Studiengang Facility Management der Standardweg, mit einigen Hochschulen, die Bildungsmanagement-Module anbieten. Zusätzliches Wissen über Schulrecht (Schulgesetze der Länder), Schulentwicklungsplanung und die spezifischen Anforderungen an Schulgebäude (Schulbaurichtlinien, DIN EN 15251) ist erforderlich. Die GEFMA bietet Weiterbildung und Vernetzung über die Fachgruppe Bildungseinrichtungen.

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