Nachhaltigkeitsstrategie für die Schulkantine
Eine nachhaltige Schulkantine geht über den Einkauf von Bio-Produkten hinaus. Sie umfasst Lebensmittelabfallreduktion, bewusste Menüentscheidungen, nachhaltige Verpackungen und die Nutzung der Kantine als Lernmittel. Als Facility Manager können Sie Nachhaltigkeit im Cateringkonzept und im Lehrplan verankern.
Deutsche Rahmenbedingungen
Schulen haben in Deutschland eine Vorbildfunktion in Sachen Nachhaltigkeit. Das Bundesministerium für Umwelt (BMU) fördert über das Programm 'Schule der Zukunft' die Integration von Nachhaltigkeit in alle Bereiche der Schulorganisation, einschließlich der Mensa. Das internationale Eco-Schools-Programm (in Deutschland umgesetzt durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung, DGU) bietet einen Zertifizierungsrahmen. Die Gemeinschaftsinitiative 'Zu gut für die Tonne' des BMEL unterstützt Schulen bei der Reduktion von Lebensmittelverschwendung. Agenda 21-Schulen und Fairtrade-Schools zeigen, wie Bildung und Nachhaltigkeit verbunden werden.
Schlüsselbegriffe
- Eco-Schools
- Internationales Zertifizierungsprogramm, das Schulen hilft, Nachhaltigkeit in Bildung und Schulbetrieb zu integrieren, einschließlich der Mensa.
- Lebensmittelabfallreduktion
- Strukturelle Verringerung weggeworfener Lebensmittel in der Schulkantine durch Portionskontrolle, Prognose und Verwertung von Resten.
- Saisonales Menü
- Menügestaltung auf Basis saisonaler Produkte, was Transportemissionen verringert und die Frische verbessert.
- Mehrweggeschirr
- Teller, Becher und Besteck, die gespült und wiederverwendet werden, anstelle von Einwegverpackungen.
- Regionale Beschaffung
- Einkauf bei Produzenten und Lieferanten aus der Region, mit kurzen Lieferketten und geringeren Transportemissionen.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Beginnen Sie mit einer Nullmessung. Wiegen Sie über zwei Wochen den Lebensmittelabfall in der Kantine: Zubereitungsverluste, Buffetreste und Tellerreste. Erfassen Sie gleichzeitig den Verpackungsabfall. Diese Daten bilden die Grundlage für Ihre Nachhaltigkeitsziele.
Formulieren Sie drei konkrete Ziele für das erste Jahr. Zum Beispiel: 30 % weniger Lebensmittelverschwendung, 100 % Mehrweggeschirr und mindestens 20 % regionale Produkte. Arbeiten Sie jedes Ziel in Maßnahmen aus. Für Lebensmittelabfall: kleinere Portionen, Nachschlagsystem, Restemenü am letzten Schultag vor den Ferien. Für Verpackungen: Einwegbecher durch Mehrwegbecher mit Spülvorgang ersetzen. Für regionale Beschaffung: Kontakt mit Landwirten und Bäckereien im Umkreis von 30 Kilometern aufnehmen.
Binden Sie Schülerinnen und Schüler in die Umsetzung ein. Eine nachhaltige Schulkantine ist ein wirkungsvolles Lernmittel. Lassen Sie Schülerinnen und Schüler den Lebensmittelabfall als Projekt im Biologie- oder Mathematikunterricht wiegen und erfassen. Organisieren Sie einen 'Restekochtag', bei dem Kochkurse Rezepte aus übrigen Zutaten entwickeln. Kommunizieren Sie Ergebnisse sichtbar in der Kantine mit einem Anzeigebrett. Nach einem Jahr evaluieren Sie die Ziele und passen sie für das nächste Schuljahr an.
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