Praktijk

Regionale Produkte für die Schulkantine beschaffen

Regionale Beschaffung für die Schulkantine stärkt den Bezug zur Region, reduziert Transportemissionen und bietet Chancen für die Ernährungsbildung. Sie erfordert aber auch eine andere Beschaffungsstrategie als die Zusammenarbeit mit großen Lieferanten. Hier lesen Sie, wie Sie es organisieren.

Deutsche Rahmenbedingungen

Immer mehr deutsche Schulen setzen auf kurze Lieferketten. Regionale Lebensmittelnetzwerke wie die Werksgemeinschaften Direktvermarktung, das Netzwerk 'Solidarische Landwirtschaft' (SoLaWi) und regionale Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften erleichtern es Schulen, bei regionalen Produzenten einzukaufen. Das BMEL-Programm 'Zu gut für die Tonne' und 'Echt gut! Bio in der Schulmensa' fördern regionale und ökologische Beschaffung. Kommunen nehmen regionale Beschaffung zunehmend als Kriterium in Ausschreibungen für Schulverpflegung auf.

Schlüsselbegriffe

Kurze Lieferkette
Lieferkette mit maximal einem Zwischenhändler zwischen Produzent und Verbraucher. Minimaler Transport, maximale Frische.
Saisoneinkauf
Einkauf von Gemüse und Obst nach Saison. Senkt Kosten, erhöht Frische und reduziert Transportemissionen.
Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)
Kooperationsform zwischen einem Betrieb und einer Gemeinschaft, die gemeinsam wirtschaften und das Ernteergebnis teilen.
Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft
Direktvermarktungsstruktur, bei der Schulen oder andere Institutionen direkt bei lokalen Erzeugern einkaufen.
Bauernhof-Schule-Verbindung
Kooperation zwischen einem lokalen Landwirtschaftsbetrieb und einer Schule für Bildungsbesuche und Produktlieferungen.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Fangen Sie klein an. Wählen Sie eine Produktgruppe, mit der Sie starten: Obst, Brot oder Milchprodukte. Suchen Sie über das regionale Landwirtschaftsamt, den lokalen Bauernverband (LsV, Bauernverband) oder ein regionales Lebensmittelnetzwerk nach Produzenten im Umkreis von 30 Kilometern. Fragen Sie nach Liefermöglichkeiten, Mindestabnahmemengen und Preisen.

Die Herausforderung bei regionaler Beschaffung ist die Logistik. Große Lieferanten liefern täglich an die Tür; lokale Erzeuger haben diese Kapazität oft nicht. Lösungen: Bestellungen mit anderen Schulen in der Nähe bündeln, wöchentliche statt tägliche Lieferung, oder ein regionales Netzwerk nutzen, das die Logistik koordiniert. Akzeptieren Sie, dass das Sortiment saisonal ist: im Winter weniger regionales Obst, im Frühjahr Überfluss.

Machen Sie regionale Beschaffung in der Kantine sichtbar. Hängen Sie eine Karte auf, auf der die Herkunft der Produkte eingezeichnet ist. Laden Sie die Landwirtin oder den Landwirt zu einem Unterrichtsbesuch ein oder organisieren Sie einen Ausflug zum Bauernhof. Das stärkt den Bildungswert und schafft Akzeptanz bei Schülerinnen, Schülern und Eltern. Evaluieren Sie nach einem Semester: Ist die Qualität konstant, ist der Preis mit regulärem Einkauf vergleichbar, und trägt es zu den schulweiten Nachhaltigkeitszielen bei?

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