Social Value gegenüber dem Auftraggeber berichten
Ein guter Social-Value-Bericht überzeugt Auftraggeber, dass ihre Investition gesellschaftlich rentabel ist. Er ist die Brücke zwischen dem operativen Aufwand und der strategischen Botschaft. Ein wirkungsvoller Bericht kombiniert harte Kennzahlen mit persönlichen Geschichten und stellt die Ergebnisse in den Kontext der Organisationsziele.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) verpflichtet große Unternehmen ab Berichtsjahr 2024 zur Offenlegung sozialer Kennzahlen gemäß ESRS S1 (eigene Belegschaft) und S2 (Arbeitnehmer in der Lieferkette). Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) bietet ein anerkanntes Berichtsrahmenwerk für Unternehmen jeder Größe. GRI (Global Reporting Initiative) Standards ermöglichen einen internationalen Vergleich sozialer Leistung. Öffentliche Auftraggeber verwenden zunehmend standardisierte Social-Return-Berichtsvorlagen, die Auftragnehmer verpflichtend auszufüllen haben.
Schlüsselbegriffe
- Quantitative Indikatoren
- Messbare Kennzahlen zu Social Value: Anzahl der Vermittlungen, geleistete Stunden, Kosten, Übergangsquoten in reguläre Beschäftigung und SROI-Kennzahl.
- Qualitative Indikatoren
- Beschreibende Informationen zu Social Value: Erfahrungsberichte von vermittelten Mitarbeitenden, Fallstudien und qualitative Bewertungen.
- Dashboard
- Visuelle Zusammenfassung der Social-Value-Leistung auf einer Seite mit Kernindikatoren und Trendgrafiken.
- Storytelling
- Der Einsatz persönlicher Erlebnisberichte und Fallstudien, um die menschliche Seite von Social Value greifbar zu machen.
- Benchmark
- Vergleich der eigenen Social-Value-Leistung mit der vergleichbarer Organisationen oder mit einem Marktdurchschnitt.
Anwendung in der Praxis
Strukturieren Sie den Bericht in drei Ebenen. Die erste Ebene ist das Dashboard: eine Seite mit den Kernindikatoren. Anzahl der beschäftigten Personen aus der Zielgruppe, insgesamt geleistete Stunden, Anteil derer, die in reguläre Beschäftigung gewechselt sind, eingesetztes Social-Return-Budget im Verhältnis zur Verpflichtung. Nutzen Sie visuelle Elemente: Diagramme, Trendlinien, Ampelkennzeichnungen.
Die zweite Ebene ist der Erläuterungsteil: zwei bis drei Seiten mit Kontext. Welche Maßnahmen wurden durchgeführt, welche Hemmnisse gab es, welche Erfolgsfaktoren wurden identifiziert? Vergleichen Sie die Ergebnisse mit den Zielvorgaben und mit Benchmarks. Benennen Sie auch, was nicht gut gelaufen ist: Ehrlichkeit stärkt die Glaubwürdigkeit.
Die dritte Ebene ist das Narrativ: eine oder zwei Fallstudien individueller Mitarbeitender (ggf. anonymisiert). Beschreiben Sie die Ausgangssituation, die Intervention, die Entwicklung und die aktuelle Perspektive. Diese Geschichten machen Zahlen greifbar und liefern Auftraggebern Material für ihre eigene Kommunikation. Übermitteln Sie den Bericht bei regulären FM-Verträgen quartalsweise und integrieren Sie die Jahresdaten in den CSRD-Bericht oder den Nachhaltigkeitsbericht der Organisation.
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