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Social Value messen: Methoden und Messebenen für FM-Organisationen

Die Messung von Social Value schreckt viele FM-Organisationen durch vermeintliche Komplexität ab. Dabei ist ein pragmatischer, gestufter Ansatz für die meisten Fälle ausreichend und glaubwürdig. Der Schlüssel liegt in der Wahl der richtigen Messintensität für den jeweiligen Maßnahmenumfang.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland werden Social-Value-Messungen durch den Social Reporting Standard (SRS), ISO 26000 (gesellschaftliche Verantwortung) und die CSRD/ESRS-Berichtspflichten strukturiert. Das Institut für Social Management und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geben Praxisleitfäden heraus. Für öffentlich finanzierte Maßnahmen schreiben SGB II/III Erfolgskontrollen und Dokumentationspflichten vor. Die Plattform Social Enterprise Deutschland (SE Germany) bietet Methoden und Peer-Learning für wirkungsorientiertes Messen.

Schlüsselbegriffe

Output-Indikator
Direkt messbarer Aktivitätsnachweis, z.B. Anzahl eingestellter Personen aus der Zielgruppe, Anzahl absolvierter Qualifizierungsmaßnahmen.
Outcome-Messung
Erhebung tatsächlicher Veränderungen bei den Betroffenen (Selbstwirksamkeit, Qualifizierung, Beschäftigungsstabilität) durch standardisierte Befragungen.
Standardisierter Fragebogen
Einheitliches Messinstrument für Outcome-Befragungen, das Vergleichbarkeit zwischen Zeiträumen und Kohorten sicherstellt.
ESRS S1
European Sustainability Reporting Standard für eigene Belegschaft: verlangt Berichterstattung zu Diversität, Arbeitsbedingungen und sozialer Inklusion im Rahmen der CSRD.
Wirkungsbericht
Strukturierter Bericht, der Output-, Outcome- und ggf. Impact-Daten kombiniert und für Auftraggeber, Management und Öffentlichkeit aufbereitet.

Anwendung in der Praxis

Arbeiten Sie mit einem dreistufigen Messmodell. Auf der ersten Stufe erfassen Sie Output-Indikatoren: Wie viele Menschen aus der Zielgruppe wurden eingestellt, wie viele Stunden wurden gearbeitet, wie viele Qualifizierungen wurden durchlaufen, wie hoch ist die Übergangsquote in reguläre Beschäftigung? Das sind harte Zahlen, die Sie monatlich aus Ihrem HR-System ziehen können.

Auf der zweiten Stufe messen Sie Outcomes: Was hat sich für die eingestellten Personen verändert? Haben sie Kompetenzen entwickelt, sind sie in eine Festanstellung gewechselt, ist ihr Selbstbewusstsein gestiegen? Das messen Sie durch halbjährliche Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitenden und ihren Begleitpersonen. Verwenden Sie standardisierte Fragebögen, um Vergleichbarkeit sicherzustellen.

Auf der dritten Stufe berechnen Sie die gesellschaftliche Wirkung in Euro durch eine SROI-Analyse. Das ist aufwändig und muss nicht jährlich erfolgen: einmal in drei Jahren oder bei großen Aufträgen ist ausreichend. Wählen Sie die Messintensität, die zum Umfang Ihrer Social-Value-Aktivitäten passt. Für einen Auftrag mit drei Beschäftigungsplätzen reichen Output-Indikatoren. Für eine organisationsweite Strategie mit Dutzenden von Platzierungen ist die SROI-Analyse die Investition wert.

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