Unterstützte Beschäftigung in FM-Organisationen: Aufgaben und Umsetzung
Unterstützte Beschäftigung ermöglicht Menschen mit erheblichem Unterstützungsbedarf eine reguläre Tätigkeit in einem Unternehmen. FM-Organisationen sind mit ihren einstiegsfreundlichen, strukturierten Tätigkeiten prädestiniert dafür. Erfolg hängt von Vorbereitung, geeigneten Aufgaben und stabiler Alltagsbegleitung ab.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland regeln § 55–57 SGB IX die Unterstützte Beschäftigung als anerkanntes Teilhabeinstrument. Integrationsfachdienste (IFD) begleiten die Einarbeitung und Stabilisierung. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat die Leistungsrahmen erweitert und die Personenzentrierung gestärkt. Lohnkostenzuschüsse nach § 215 SGB IX (für Inklusionsbetriebe) und Eingliederungszuschüsse nach SGB III ermöglichen wirtschaftlich tragfähige Beschäftigung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Unterstützte Beschäftigung (BAG UB) bietet Methoden und Fortbildungen für Unternehmen.
Schlüsselbegriffe
- Job Carving
- Methode zur Schaffung neuer Stellen durch das Herauslösen geeigneter Tätigkeiten aus bestehenden Funktionen, um eine passende Stelle für eine Person mit Unterstützungsbedarf zu bilden.
- Unterstützte Beschäftigung (UB)
- Teilhabeinstrument nach § 55 SGB IX: individuelle betriebliche Qualifizierung in einem regulären Unternehmen mit Unterstützung durch einen Integrationsfachdienst.
- Arbeitsbegleiter
- Betriebsinterne Vertrauensperson, die dem Mitarbeitenden in unterstützter Beschäftigung im Arbeitsalltag als direkter Ansprechpartner zur Seite steht.
- Lohnwertfeststellung
- Verfahren zur Ermittlung des individuellen Leistungsvermögens, das als Grundlage für Lohnkostenzuschüsse nach SGB IX bei unterstützt Beschäftigten dient.
- Integrationsfachdienst (IFD)
- Spezialisierter Beratungsdienst, der die Einarbeitung und dauerhafte Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im Betrieb begleitet und fachlich unterstützt.
Schritt für Schritt: Die richtige Vorgehensweise
Beginnen Sie mit der Identifikation geeigneter Tätigkeiten. Im FM gibt es viele Funktionen mit repetitiven, strukturierten Arbeitsschritten, die für unterstützte Beschäftigung geeignet sind: Mülleimer leeren, Besprechungsräume herrichten, Pflanzen gießen, Post sortieren, Handtuchspender auffüllen. Durch Job Carving – das Herauslösen dieser Tätigkeiten aus bestehenden Funktionen – schaffen Sie eine neue Stelle, ohne dass die Teamproduktivität sinkt.
Nehmen Sie anschließend Kontakt mit dem zuständigen Integrationsfachdienst oder dem Jobcenter auf. Diese können Kandidaten vorschlagen und die Lohnwertfeststellung veranlassen. Das IFD koordiniert die Finanzierung: Lohnkostenzuschüsse, Jobcoaching und eventuelle Arbeitsplatzanpassungen.
Investieren Sie in die Begleitung. Benennen Sie einen festen Arbeitsbegleiter im Team, der täglich als Ansprechpartner fungiert. Der IFD kommt regelmäßig vorbei, ist aber nicht täglich vor Ort. Machen Sie die Erwartungen klar: Was sind die Aufgaben, wann wird gearbeitet, wer ist der Ansprechpartner bei Problemen? Struktur und Verlässlichkeit sind Schlüsselfaktoren für Erfolg. Evaluieren Sie monatlich mit dem Mitarbeitenden, dem Arbeitsbegleiter und dem IFD, ob die Tätigkeit passt und wo Nachsteuerungsbedarf besteht.
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