Praktijk

Vielfalt und Inklusion im FM-Betrieb

Der Facility-Management-Sektor gehört zu den vielfältigsten Arbeitsbereichen überhaupt: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Qualifikationsniveaus, Altersgruppen und Arbeitsmöglichkeiten arbeiten täglich zusammen. Diese Vielfalt ist eine Stärke – aber nur, wenn das Arbeitsumfeld inklusiv gestaltet ist. Inklusion bedeutet, dass sich alle willkommen fühlen, einen Beitrag leisten können und gleiche Chancen erhalten.

Deutsche Rahmenbedingungen

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt Beschäftigte vor Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. Das BMAS-Förderprogramm 'Gesellschaftliche Teilhabe' unterstützt Unternehmen bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung. Die Charta der Vielfalt ist ein deutsches Unternehmensnetzwerk, dem über 5.000 Organisationen angehören, darunter mehrere FM-Dienstleister. Das SGB IX (Schwerbehindertenrecht) verpflichtet Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten, mindestens 5 Prozent der Stellen mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Die GEFMA-Richtlinien benennen Diversity & Inclusion als Bestandteil eines modernen Workplace-Managements.

Schlüsselbegriffe

Diversität
Das Vorhandensein von Unterschieden in einem Team in Dimensionen wie kulturelle Herkunft, Geschlecht, Alter, Qualifikation und Behinderung.
Inklusion
Das Ausmaß, in dem sich alle Teammitglieder wertgeschätzt und respektiert fühlen und gleichen Zugang zu Chancen und Ressourcen haben.
Unbewusste Vorurteile (Unconscious Bias)
Unbewusste Vorannahmen, die Entscheidungen beeinflussen – von Personalauswahl über Aufgabenzuweisung bis zur Leistungsbeurteilung.
Sprachförderung am Arbeitsplatz
Organisationale Maßnahmen zur Sprachunterstützung für Mitarbeitende, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, einschließlich einfacher Arbeitsmaterialien und Sprachkursen.
Psychologische Sicherheit
Die Überzeugung, im Team Fehler machen, Fragen stellen und Ideen äußern zu können, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit Sensibilisierung. Schulen Sie Führungskräfte im Erkennen unbewusster Vorurteile und im inklusiven Führungsverhalten. Das ist kein einmaliger Workshop, sondern ein fortlaufendes Thema in der Führungskräfteentwicklung. Machen Sie Vielfalt besprechbar, ohne sie zu problematisieren: Unterschiedlichkeit ist normal und wertvoll.

Entwickeln Sie ein konkretes Sprachförderkonzept. Im FM arbeiten viele Mitarbeitende, für die Deutsch nicht die Erstsprache ist. Stellen Sie sicher, dass Arbeitsanweisungen in einfacher Sprache und wenn möglich auch visuell (Piktogramme, Fotos) verfügbar sind. Ermöglichen Sie die Teilnahme an Sprachkursen oder kooperieren Sie mit kommunalen Bildungsträgern. Sprachkompetenz steigert nicht nur die Einsetzbarkeit, sondern auch das Zugehörigkeitsgefühl.

Schaffen Sie gleiche Chancen. Stellen Sie sicher, dass Stellen intern ausgeschrieben werden und alle dieselbe Chance auf Beförderung und Weiterbildung haben. Beobachten Sie die Diversitätszusammensetzung Ihres Teams und berichten Sie darüber. Messen Sie jährlich das Inklusionserleben über eine Mitarbeiterbefragung mit gezielten Fragen zu Respekt, Gleichberechtigung und Sicherheit. Feiern Sie die Vielfalt: ein internationales Lunchbuffet, ein interreligiöser Feiertagskalender oder ein Buddy-Programm für neue Mitarbeitende sind niedrigschwellige Maßnahmen, die Verbindung schaffen.

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