Legionellen-Beherrschungsplan: Aufbau, Inhalte und Umsetzung
Ein Legionellen-Beherrschungsplan ist das zentrale Steuerungsdokument für den sicheren Betrieb von Trinkwasserinstallationen. Er beschreibt Maßnahmen, Verantwortlichkeiten und Überwachungsintervalle für jeden identifizierten Risikopunkt. Ohne aktuellen Plan handeln Betreiber fahrlässig.
Deutsche Rahmenbedingungen
Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 ist das maßgebliche technische Regelwerk für Legionellenschutz in Trinkwarmwasseranlagen in Deutschland. Es wird ergänzt durch VDI/DVGW 6023 (Hygiene in Trinkwasser-Installationen), DIN EN 806-5 (Betrieb und Wartung) und das Umweltbundesamt-Merkblatt. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten zusätzlich die Hygiene-Richtlinien des RKI und länderspezifische Krankenhaushygieneverordnungen.
Schlüsselbegriffe
- DVGW W 551
- Technisches Regelwerk mit Anforderungen an Planung, Betrieb und Inspektion von Trinkwarmwasseranlagen zur Vermeidung von Legionellenwachstum.
- Spülprotokoll
- Festgelegtes Verfahren zur regelmäßigen Durchspülung selten genutzter Entnahmestellen, um Wassererwärmung und Stagnation zu verhindern.
- Risikopunkt
- Identifizierte Stelle in der Trinkwasserinstallation, an der Legionellenwachstum durch ungünstige Bedingungen (Temperatur, Stagnation, Totleitung) begünstigt wird.
- Wartungslogbuch
- Dokumentationsdokument, in dem alle Temperaturmessungen, Spülergebnisse, Beprobungen und Maßnahmen an der Trinkwasseranlage chronologisch erfasst werden.
- VDI/DVGW 6023
- Richtlinie zu Hygiene in Trinkwasser-Installationen, die Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung von Trinkwasseranlagen regelt.
So funktioniert es in der Praxis
Ein Legionellen-Beherrschungsplan basiert auf den Ergebnissen der Risikobewertung. Je identifiziertem Risikopunkt beschreibt der Plan die Beherrschungsmaßnahme, die Häufigkeit, die verantwortliche Person und die Dokumentationsmethode. Typische Maßnahmen sind: wöchentliches Spülen selten genutzter Entnahmestellen, monatliche Temperaturkontrollen und halbjährliche Beprobungen nach DVGW W 551.
Der Plan enthält einen Installationsplan mit allen Entnahmestellen, Leitungsverläufen und Warmwasserversorgungen. Jede Änderung an der Installation – etwa die Abtrennung einer Etage oder der Einbau einer Küchenzeile – muss im Beherrschungsplan nachgeführt werden. Ein veralteter Plan bietet nur Scheinsicherheit.
Der Facility Manager trägt in der Regel die Verantwortung für die tägliche Umsetzung: Spülen der Entnahmestellen, Temperaturkontrollen und Pflege des Wartungslogbuchs. Das beauftragte Ingenieurbüro bewertet periodisch, ob der Beherrschungsplan noch zur aktuellen Anlage und dem Nutzungsprofil passt. Bewahren Sie das Logbuch und alle Probenergebnisse sorgfältig auf – die Behörde kann diese jederzeit anfordern.
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