Umweltzeichen für Sanitärprodukte: Anforderungen und Beschaffungskriterien
Nachhaltige Beschaffung von Sanitärprodukten wird durch EU-Recht, nationale Umweltzeichen und Zertifizierungsstandards für Gebäude zunehmend strukturiert. Facility Manager kennen die gültigen Labels, können Angebote sachgerecht bewerten und Greenwashing erkennen.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland ist der Blaue Engel das bekannteste und älteste staatliche Umweltzeichen – DE-UZ 72 für Handtuchpapier und DE-UZ 187 für Hygienepapier definieren Recyclinganteile und Schadstoffgrenzen. EU-Ecolabel und Nordic Swan sind international anerkannte Äquivalente. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) und der Nationale Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung (NAP) verpflichten öffentliche Auftraggeber zu nachhaltigen Produktentscheidungen. DGNB und BREEAM-DE vergeben Credits für die Verwendung zertifizierter Sanitärprodukte. Die EU-Vergaberichtlinien ermöglichen die Einbindung von Umweltanforderungen als Zuschlagskriterien.
Schlüsselbegriffe
- Blauer Engel
- Deutsches staatliches Umweltzeichen für Sanitärprodukte, das Recyclinganteil, Schadstofffreiheit und biologische Abbaubarkeit zertifiziert.
- EU-Ecolabel
- Europäisches Umweltzeichen, das für Reinigungsmittel und Sanitärpapiere biologische Abbaubarkeit und Schadstoffffreiheit nach einheitlichen EU-Kriterien sicherstellt.
- FSC-Zertifizierung
- Forest Stewardship Council: Zertifikat für Papierprodukte aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern, relevant für Sanitärpapiere.
- Nachhaltige öffentliche Beschaffung
- Pflicht öffentlicher Auftraggeber nach dem Nationalen Aktionsplan (NAP), bei der Vergabe von Sanitärleistungen Umwelt- und Sozialkriterien zu berücksichtigen.
- Greenwashing
- Irreführende Nachhaltigkeitsaussagen von Anbietern ohne unabhängige Zertifizierung, gegen die Facility Manager sich durch Anforderung akkreditierter Zertifikate schützen.
Was die Vorschriften verlangen
Für öffentliche Auftraggeber schreibt der Nationale Aktionsplan Nachhaltige Beschaffung (NAP) vor, dass Sanitärpapierprodukte mindestens den Blauen Engel oder ein gleichwertiges Umweltzeichen tragen. Toilettenpapier und Papierhandtücher müssen aus 100 % Recyclingfasern oder FSC-zertifizierten Rohstoffen hergestellt sein. Seifen und Reinigungsmittel müssen den EU-Ecolabel-Kriterien oder einem gleichwertigen Standard entsprechen – biologisch abbaubar und frei von Umwelt- und Gesundheitsschadstoffen.
Für private Unternehmen bestehen diese Anforderungen nicht als Rechtspflicht, doch nehmen DGNB, BREEAM-DE und ESG-Rahmenwerke nachhaltiges Beschaffungsverhalten zunehmend in ihre Bewertungssysteme auf. Der Einsatz zertifizierter Sanitärprodukte liefert Punkte in der DGNB-Kategorie Ökologie und kann in der CSRD-Berichterstattung unter Scope-3-Emissionen positiv berücksichtigt werden.
Bei der Bewertung von Labels achten Sie auf unabhängige Zertifizierung durch eine akkreditierte Stelle. Blauer Engel, EU-Ecolabel, FSC und Nordic Swan erfüllen diesen Anspruch. Seien Sie kritisch gegenüber Anbietern, die eigene Labels oder vage Begriffe wie 'umweltfreundlich' oder 'grün' ohne Belege verwenden. Fordern Sie im Zweifelsfall das Zertifikat an und prüfen Sie die Gültigkeit über die Website der zertifizierenden Stelle.
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