Waschtische und Wassersparstandards: Normen und Maßnahmen im FM
Wassersparen ist in der nachhaltigen Gebäudebewirtschaftung zunehmend reguliert und zertifizierungsrelevant. Armaturen, Spülmengen und Betriebsparameter beeinflussen den Verbrauch erheblich. Facility Manager, die rechtzeitig auf wassereffiziente Systeme setzen, erfüllen kommende Anforderungen und senken Betriebskosten.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland gibt es keine allgemeine gesetzliche Pflicht zu wasserсparenden Armaturen im Bestandsbau, wohl aber im Neubau nach GEG und DIN 1988 (Technische Regeln für Trinkwasseranlagen). DGNB und BREEAM-DE vergeben Credits für Wassereffizienznachweise. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) setzt den Rahmen für Wassernutzung und -einleitung. Die EU-Ökodesign-Verordnung (VO 2021/341 und folgende) wird voraussichtlich ab 2025/2026 Mindest-Effizienzklassen für Armaturen und Duschköpfe einführen. Das Deutsche Institut für Normung arbeitet an DIN 1988-700 als Grundlage für wassereffiziente Installationen.
Schlüsselbegriffe
- Durchflussbegrenzer
- Einbauteil für Wascharmaturen, das den maximalen Durchfluss auf 6 Liter pro Minute oder weniger begrenzt und damit den Wasserverbrauch reduziert.
- DGNB Water-Credit
- Zertifizierungspunkt im DGNB-System für den Nachweis eines Wasserverbrauchs unterhalb des Referenzwerts durch effiziente Armaturen und Systeme.
- EU-Ökodesign-Verordnung
- Europäische Verordnung, die Mindest-Energieeffizienz- und Ressourceneffizienzanforderungen für Produkte wie Armaturen und Duschköpfe festlegt.
- Grauwassernutzung
- Aufbereitung und Wiederverwendung von gering belastetem Abwasser (z.B. Handwasch- oder Duschwasser) für die Toilettenspülung zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs.
- Regenwassernutzungsanlage
- System zur Sammlung, Speicherung und Nutzung von Regenwasser für nicht trinkwassergebundene Zwecke wie Toilettenspülung und Bewässerung.
Was die Vorschriften verlangen
Bei Neubauten und umfassenden Sanierungen schreibt das GEG energieeffiziente Installationen vor; DIN 1988 regelt die technische Ausführung von Trinkwasserinstallationen. Wassereffiziente Armaturen mit maximal 6 Liter pro Minute und WC-Spülungen mit höchstens 6 Liter Spülvolumen entsprechen dem Stand der Technik und sind bei Neuinstallationen anzustreben. Im Bestandsbau gibt es keine Nachrüstpflicht, jedoch ist eine Aufrüstung bei Ersatz dringend empfohlen.
DGNB und BREEAM-DE belohnen wassereffiziente Maßnahmen mit Credits in der Kategorie Wasser. Um Credits zu erhalten, müssen Sie den erwarteten Wasserverbrauch nach der jeweiligen Methodologie berechnen und nachweisen, dass der Verbrauch mindestens 12,5 % unter dem Referenzwert liegt. Maßnahmen wie Durchflussbegrenzer, sensorgesteuerte Armaturen und Regenwassernutzung für die Toilettenspülung tragen dazu bei.
Die EU-Ökodesign-Verordnung wird voraussichtlich ab 2025/2026 Mindest-Effizienzklassen für Armaturen und Duschköpfe einführen. Antizipieren Sie diese Anforderung: Wählen Sie bei der Erneuerung von Sanitärarmaturen bereits jetzt Produkte, die den zu erwartenden Normen entsprechen. Das spart spätere Nachrüstungskosten und sichert die Zertifizierungsfähigkeit Ihrer Gebäude.
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