Intercom- und Videotürmanagement
Intercom- und Videotürsysteme bilden die erste Kontaktlinie am Eingang eines Gebäudes. Sie ermöglichen Empfang oder Sicherheitsdienst, Besucher zu identifizieren und aus der Ferne Zugang zu gewähren. Moderne Systeme sind IP-basiert und integrieren sich in das Zutrittskontrollsystem und die Telefonanlage.
Deutsche Rahmenbedingungen
Auf dem deutschen Markt sind 2N (Axis), Siedle, Comelit, Gira und TCS Könnecke verbreitete Anbieter professioneller Intercom- und Videosprechanlagensysteme. Die DSGVO gilt für Videoaufnahmen an der Intercom-Anlage – dieselben Regeln wie für Videoüberwachung (CCTV) gelten. Die meisten modernen Systeme sind SIP-basiert und können in Microsoft Teams, Cisco Webex oder andere UC-Plattformen integriert werden. Die DIN EN 60839-11 und VDE-Richtlinien regeln technische Anforderungen an Türkommunikationssysteme.
Schlüsselbegriffe
- SIP-Intercom
- Intercomanlage, die über das SIP-Protokoll kommuniziert und an die IP-Telefonanlage oder UC-Plattform angeschlossen werden kann.
- Videoidentifikation
- Bestätigung der Identität eines Besuchers anhand eines Live-Videobilds, bevor die Tür geöffnet wird.
- Remote-Türöffnung
- Ferngesteuerte Entriegelung einer Tür über die Intercom-App oder das Empfangssystem, ohne dass jemand physisch zur Tür gehen muss.
- Vandalismusschutz (IK-Wert)
- Klassifizierung der mechanischen Widerstandsfähigkeit der Außeneinheit. IK10 ist die höchste Klasse und besteht gegen starke Schlageinwirkung.
Anwendung in der Praxis
Wählen Sie ein IP-basiertes System, das sich in das vorhandene Netzwerk und das Zutrittskontrollsystem integriert. SIP-Intercoms können auf das Empfangstelefon, eine mobile App oder sogar ein Microsoft-Teams-Gerät weitergeleitet werden. Das bedeutet, dass ein Besucher, der klingelt, stets jemanden erreicht – auch außerhalb der Bürozeiten oder wenn der Empfang kurzzeitig nicht besetzt ist.
Die Außeneinheit muss witterungs- und vandalismusbeständig sein. Wählen Sie mindestens IP65 (wetterfest) und IK08 (stoßfest) für ungeschützte Außenmontage. Eine eingebaute Kamera mit Infrarotbeleuchtung liefert verwertbare Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen. Erwägen Sie eine Tastatur oder einen Kartenleser in der Außeneinheit, damit Mitarbeitende sich außerhalb der Bürozeiten selbst identifizieren können.
Die Wartung ist begrenzt, aber wichtig. Testen Sie monatlich die Sprach- und Bildqualität, überprüfen Sie, ob die Remote-Türöffnung funktioniert, und verifizieren Sie, dass Benachrichtigungen korrekt weitergeleitet werden. Halten Sie die Firmware für Sicherheits-Patches aktuell. Stellen Sie sicher, dass Aufnahmen nicht länger als nötig gespeichert werden – wenige Wochen sind der DSGVO-konforme Rahmen, sofern kein Vorfall registriert wurde.
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