Sicherheitsmanager im FM
Der Sicherheitsmanager ist verantwortlich für die physische Sicherheit von Gebäuden, Außenanlagen und den darin befindlichen Personen. Im FM-Kontext kombiniert diese Rolle technisches Wissen über Sicherheitssysteme mit operativem Management von Sicherheitsdiensten und strategischer Verantwortung für das Risikomanagement.
Deutsche Rahmenbedingungen
Die Qualifikation zum Sicherheitsmanager ist in Deutschland über verschiedene Wege erreichbar: Studiengänge 'Sicherheitsmanagement' an Hochschulen (HS Albstadt-Sigmaringen, HWR Berlin), die BDSW-Zertifizierung zum geprüften Sicherheitsmanager sowie die ASIS CPP (Certified Protection Professional) als international anerkannte Zertifizierung. Das Bewachungsgewerbegesetz (BewachG) stellt Anforderungen an Leitungspersonal von Sicherheitsunternehmen. Der BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) und die BDWS bieten branchenspezifische Weiterbildungen an. Die VdS veröffentlicht Richtlinien für Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen.
Schlüsselbegriffe
- Risikoanalyse
- Systematische Beurteilung von Bedrohungen, Schwachstellen und Auswirkungen. Grundlage für alle Sicherheitsmaßnahmen und -investitionen.
- Sicherheitskonzept
- Dokument, das die Sicherheitsstrategie, das Zonenmodell, die Verfahren und Verantwortlichkeiten für ein Gebäude oder eine Organisation festhält.
- Störfallmanagement
- Prozess der Erkennung, Reaktion, Dokumentation und Auswertung von Sicherheitsvorfällen – von Einbruch bis unbefugtem Zutritt.
- Objektschutz
- Einsatz von Sicherheitsmitarbeitenden für Empfang, Streifendienst, Schließrunden und Notfallreaktion. Häufig an Sicherheitsunternehmen ausgelagert.
Aufgaben und Verantwortlichkeiten
Der Sicherheitsmanager erstellt das Sicherheitskonzept auf Basis einer periodischen Risikoanalyse. Dieses Konzept mündet in konkrete Maßnahmen: Zugangskontrolle, Videoüberwachung, Wachdienst, Einbruchmeldeanlagen und Verfahren für Störfälle und Notfälle. Der Manager verantwortet das Sicherheitsbudget und steuert Dienstleister – vom Wachdienst, der den Empfang besetzt, bis zum Installateur, der Kameras wartet.
Operativ überwacht der Sicherheitsmanager die tägliche Umsetzung: Werden Schließrunden durchgeführt, funktionieren Kameras und Einbruchmeldeanlagen, werden Vorfälle korrekt dokumentiert? Bei Sicherheitsvorfällen koordiniert er die Reaktion und führt im Anschluss eine Auswertung durch. Systematische Vorfallsanalyse führt zur Anpassung von Konzept oder Maßnahmen.
Der Einstieg in das Berufsbild erfolgt über ein Studium Sicherheitsmanagement, die Meisterprüfung im Bewachungsgewerbe oder den Aufstieg aus operativen Sicherheitsfunktionen. Die ASIS CPP ist das höchste internationale Qualitätsmerkmal. Innerhalb des FM entwickelt sich der Sicherheitsmanager weiter zu Rollen wie Leiter Sicherheit, CISO (Chief Information Security Officer bei Integration von physischer und digitaler Sicherheit) oder Facility Director.
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