Praktijk

Wachpostenverwaltung im FM

Der Wachposten – Empfang, Pforte oder Leitstelle – ist das operative Herzstück der Gebäudesicherheit. Hier werden Besucher empfangen, Kameras überwacht, Alarme bearbeitet und Kontrollgänge koordiniert. Für den Facility Manager ist das Management des Wachpostens eine Kombination aus Lieferantensteuerung, Qualitätssicherung und Tagesoperatik.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland wird Wachpersonal in der Regel an Sicherheitsdienstleister wie Securitas, Prosegur, G4S oder Strabag Security Services ausgelagert. Das BewachG und die BewachV stellen Anforderungen an Sachkundeprüfung (§ 34a GewO) und Qualifikation von Führungspersonal. Die DGUV-Vorschriften stellen Anforderungen an Arbeitsbedingungen an Wachposten, einschließlich Ergonomie, Beleuchtung und Belastung. Die DIN 77200 beschreibt Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen. Der BDSW (Bundesverband der Sicherheitswirtschaft) gibt Qualitätsstandards für Bewachungsleistungen heraus.

Schlüsselbegriffe

Dienstanweisung
Detaillierte Anweisung pro Wachposten, die beschreibt, welche Aufgaben der Wachmann erfüllt, welche Verfahren gelten und wie Eskalationen ablaufen.
Kontrollgang
Geplanter Rundgang durch das Gebäude, bei dem der Wachmann Türen, Fenster und Anlagen kontrolliert und Abweichungen meldet.
Sachkundeprüfung § 34a GewO
Pflichtprüfung für Sicherheitsmitarbeitende in Deutschland, bei der grundlegendes Fachwissen für das Bewachungsgewerbe nachgewiesen wird.
KPI-Steuerung
Führung des Sicherheitsdienstleisters auf Basis messbarer Leistungsindikatoren wie Reaktionszeit auf Alarme und Anzahl durchgeführter Kontrollgänge.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Beginnen Sie mit einer aktuellen Dienstanweisung. Dieses Dokument beschreibt je Zeitblock, welche Aufgaben der Wachmann erfüllt: Besucherempfang tagsüber, Kameraüberwachung abends, Kontrollgänge beim Schließen. Nehmen Sie Eskalationsverfahren auf: Wen ruft der Wachmann bei einem Einbruch, einem medizinischen Notfall oder einem Stromausfall an? Lassen Sie die Anweisung vom Sicherheitsmanager freigeben und überprüfen Sie sie halbjährlich.

Steuer en Sie den Sicherheitsdienstleister auf KPIs. Übliche Indikatoren sind: Reaktionszeit auf Alarme (innerhalb von fünf Minuten), Anzahl durchgeführter Kontrollgänge versus Planung, Störfallregistrierung (Vollständigkeit und Qualität) sowie Mitarbeiterzufriedenheit mit dem Empfangsdienst. Besprechen Sie die KPIs monatlich im Lieferantengespräch und verknüpfen Sie sie mit dem SLA.

Investieren Sie in die Qualität des Arbeitsplatzes. Ein Wachposten mit guten Monitoren, ergonomischen Stühlen, ausreichender Beleuchtung und funktionierender Klimaanlage erzeugt aufmerksames Personal. Eine dunkle, beengte Pforte wirkt demotivierend und erhöht das Fehlerrisiko. Berücksichtigen Sie die Arbeitsbedingungen bei der jährlichen Gefährdungsbeurteilung (GBU) und besprechen Sie Verbesserungsmaßnahmen mit dem Dienstleister.

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