Regelgeving

Nachhaltige Beschaffung in der Betriebsverpflegung: Produktgruppen

Nachhaltige Beschaffung von Catering-Produkten ist fuer oeffentliche Auftraggeber zunehmend verpflichtend und fuer private Organisationen Teil des Einkaufsstandards. Sie muessen wissen, welche Kriterien gelten, welche Guetesiegel anerkannt sind und wie Sie das in konkrete Vertragsvereinbarungen mit Ihrem Caterer uebersetzen.

Deutsche Rahmenbedingungen

In Deutschland veroeffentlicht das Umweltbundesamt (UBA) Empfehlungen und Kriterien fuer die umweltfreundliche Beschaffung von Catering-Dienstleistungen, die oeffentliche Auftraggeber bei Vergaben beruecksichtigen sollen. Die EVERGABE-Leitfaeden und das Kompetenzzentrum nachhaltige Beschaffung (KOINNO) stellen Vorlagen bereit. Das Bundes Klimaschutzgesetz (KSG) und die CSRD-Richtlinie erhoehen den Druck auf private Unternehmen, Nachhaltigkeit im Einkauf zu dokumentieren. Kaffee und Tee muessen bei oeffentlichen Ausschreibungen haeufig aus zertifiziertem Anbau (Fairtrade, Rainforest Alliance) stammen.

Schlüsselbegriffe

UBA-Beschaffungskriterien Catering
Vom Umweltbundesamt veroeffentlichte Kriterien fuer umweltfreundliche Beschaffung von Catering-Dienstleistungen, anwendbar bei oeffentlichen Ausschreibungen.
EU-Bio-Siegel
Europaeisches Guetesiegel fuer biologisch erzeugte Lebensmittel, erkennbar am gruenen EU-Blatt. Gilt als Mindeststandard fuer Bio-Anforderungen in Vertraegen.
Fairtrade
Guetesiegel, das fairen Handel mit Erzeugern in Entwicklungslaendern garantiert. Relevant fuer Kaffee, Tee, Kakao und Bananen.
Saisonkalender
Uebersicht ueber Gemuese und Obst nach Saison. Saisonaler Einkauf reduziert Transportemissionen und verbessert Frische.
Schwerbehindertenfoerderung / Social Return
Vertragliche Anforderung, dass der Caterer Arbeitsplaetze fuer Menschen mit Schwerbehinderung anbietet, konform zum SGB IX und dem Bundesteilhabegesetz.

Was das Gesetz verlangt

Fuer oeffentliche Auftraggeber gelten die UBA-Kriterien und die Anforderungen des Vergaberechts als Mindestmassstab bei Catering-Ausschreibungen. Umweltaspekte muessen gemaess Paragraph 67 VgV bei der Leistungsbeschreibung beruecksichtigt werden. Auf Basisniveau stellen Sie Anforderungen an HACCP-Zertifizierung und Einhaltung des Lebensmittelrechts. Auf erhoehtem Niveau fordern Sie mindestens 25% Bio-Anteil (EU-Bio-Siegel), Fairtrade-zertifizierte Kaffee- und Teeprodukte, MSC- oder ASC-zertifizierten Fisch und einen nachweisbaren Plan zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung.

Fuer private Unternehmen bestehen keine gesetzlichen Pflichten zur nachhaltigen Cateringbeschaffung. Jedoch erhoehen die CSRD-Berichtspflichten (ab 2024 fuer grosse Unternehmen) den Druck, Scope-3-Emissionen zu quantifizieren, zu denen auch der Lebensmitteleinkauf und die Lebensmittelverschwendung zaehlen koennen.

Halten Sie im Cateringvertrag konkrete Prozentziele fest (z. B. mindestens 30% Bio, 100% Fairtrade-Kaffee) und verpflichten Sie den Caterer zur Quartalsberichterstattung. Verlangen Sie Kopien der relevanten Guetesiegel-Zertifikate und pruefen Sie diese bei der jaehrlichen Vertragsevaluierung.

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