Regelgeving

Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsgastronomie in Deutschland

Im deutschen Markt für Betriebsgastronomie gibt es zwar kein Äquivalent zum niederländischen NKC, aber eine Reihe anerkannter Qualitätsstandards. Als Facility Manager helfen Ihnen die DGE-Qualitätsstandards und Branchenzertifizierungen dabei, die Qualität Ihres Caterers zu beurteilen und zu sichern.

Deutsche Rahmenbedingungen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) veröffentlicht die DGE-Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung, die als anerkannter Branchenstandard gelten. Der Bundesverband für Catering und Verpflegung (CdV) vertritt die Interessen der Betriebsgastronomie. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat mit DIN 77001 (Facility-Management-Leistungen) und DIN EN ISO 22000 (Lebensmittelsicherheitsmanagement) relevante Normen veröffentlicht. Viele Caterer besitzen HACCP-Zertifizierungen nach EU-Verordnung 852/2004. Bei öffentlichen Ausschreibungen werden DGE-Konformität und HACCP-Zertifizierung häufig als Eignungskriterien aufgenommen.

Schlüsselbegriffe

DGE-Qualitätsstandards Betriebsverpflegung
Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung herausgegebene Richtlinien für Menüplanung, Speisenangebot und Qualitätssicherung in der Betriebsgastronomie.
Bundesverband für Catering und Verpflegung (CdV)
Branchenverband der Betriebsgastronomen in Deutschland, Herausgeber von Branchenberichten und Qualitätsempfehlungen.
DIN EN ISO 22000
Internationale Norm für Lebensmittelsicherheitsmanagementsysteme, die HACCP-Anforderungen integriert und als Zertifizierungsgrundlage dient.
Jährliches Audit
Unabhängige Überprüfung des Caterers auf Einhaltung aller vereinbarten Qualitätskriterien durch eine akkreditierte Zertifizierungsstelle.
Nachhaltigkeitskriterien
Anforderungen an nachhaltige Beschaffung, Lebensmittelabfallreduzierung und Energieverbrauch in der Betriebsküche, z. B. nach EMAS oder DIN EN ISO 14001.

Was das Recht vorschreibt

Es gibt in Deutschland keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtmitgliedschaft in einem Cateringverband oder ein verbindliches Branchengütesiegel. Die Einhaltung von HACCP-Grundsätzen ist jedoch auf Basis der EU-Verordnung 852/2004, umgesetzt durch die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV), für alle Lebensmittelunternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Darüber hinaus müssen Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitenden in der Lebensmittelverarbeitung ein dokumentiertes Eigenkontrollsystem führen.

Die DGE-Qualitätsstandards sind freiwillig, gelten in der Praxis aber als anerkannter Mindeststandard. Bei öffentlichen Ausschreibungen nach VOL/A oder UVgO werden DGE-konforme Menüplanung und HACCP-Zertifizierung zunehmend als Eignungs- oder Zuschlagskriterium gefordert. DIN EN ISO 22000 bietet eine international anerkannte Zertifizierungsbasis für Caterer, die ihre Lebensmittelsicherheit systematisch belegen wollen.

Als Facility Manager können Sie die DGE-Konformität als Anforderung in Ihre Leistungsbeschreibung aufnehmen. Fordern Sie die Auditberichte und die aktuellen Zertifikate an. Ergänzen Sie dies durch eigene periodische Audits (mindestens jährlich), um ein vollständiges Qualitätsbild zu erhalten. Kombinieren Sie externe Zertifizierung mit internen KPI-Messungen für ein robustes Qualitätssteuerungssystem.

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