BIM-Integration mit CAFM: Von der Bauerstellung zum Betrieb
Building Information Modeling (BIM) liefert umfangreiche digitale Gebaeudedaten, die fuer das Facility Management wertvoll sind. Die Kopplung von BIM mit CAFM ermoeglicht die direkte Uebernahme von Objektinformationen, Raumdaten und Anlagedaten aus dem Baumodell. In der Praxis erweist sich die Bruecke von Bau zu Betrieb jedoch als anspruchsvoll.
Deutsche Rahmenbedingungen
In Deutschland hat das Bundesministerium fuer Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) BIM seit 2021 als Pflichtstandard fuer alle Bundeshochbauten festgelegt. Die GEFMA-Richtlinie 924 behandelt BIM im Facility Management. buildingSMART Deutschland e.V. erarbeitet offene Standards fuer den Datenaustausch. Die VDI-Richtlinie 2552 beschreibt BIM-Anwendungsfaelle. DIN SPEC 91391 definiert gemeinsame Datenanforderungen (CDE). Das CAFM-BIM-Konzept (GEFMA 924) beschreibt, wie BIM-Daten fuer den FM-Betrieb strukturiert sein muessen.
Schlüsselbegriffe
- BIM
- Building Information Modeling. Ein digitales 3D-Modell eines Gebaeudes mit Informationen ueber Materialien, Anlagen, Raeume und ihre Beziehungen untereinander.
- COBie
- Construction Operations Building Information Exchange. Standardisiertes Datenformat fuer den Informationsuebergang von Bau zu Betrieb ohne vollstaendiges 3D-Modell.
- IFC
- Industry Foundation Classes. Offenes Dateiformat fuer BIM-Daten, verwaltet von buildingSMART. Ermoetlicht herstellerunabhaengigen Datenaustausch.
- As-Built-Modell
- Das BIM-Modell so wie das Gebaeude tatsaechlich ausgefuehrt wurde, einschliesslich aller Aenderungen waehrend der Bauausfuehrung. Ausgangspunkt fuer die Betriebsphase.
- LOD (Level of Development)
- Beschreibt den Detaillierungsgrad und die Zuverlaessigkeit von Elementen in einem BIM-Modell: von Vorentwurf (LOD 100) bis As-Built (LOD 500).
So funktioniert es
Die Integration von BIM mit CAFM dreht sich um das Extrahieren der richtigen Informationen aus dem Baumodell und das Einladen in die Betriebsumgebung. BIM-Modelle enthalten enorme Datenmengen, die fuer den Bau relevant sind, aber nicht fuer den Betrieb. Die Herausforderung ist das Filtern: Welche Objekte, Attribute und Beziehungen braucht die FM-Organisation?
Das COBie-Format wurde entwickelt, um diese Bruecke zu schlagen. Es uebersetzt die komplexe BIM-Struktur in flache Tabellen mit Raeumen, Anlagen, Bauteilen und Wartungsplaenen, die CAFM-Systeme importieren koennen. Das erfordert, dass der Auftraggeber bereits in der Planungsphase spezifiziert, welche Informationen das Betriebssystem benoetigt - das sogenannte BIM-Ausschreibungsprotokoll oder AIA (Auftraggeber-Informations-Anforderungen).
Fuer FM-Fachleute lautet die Lehre: BIM-to-FM ist kein automatischer Prozess. Es erfordert fruehzeitige Einbindung in Bauprojekte, klare Informationsanforderungen und einen eingerichteten Importprozess im CAFM-System. Organisationen, die das gut handhaben, sparen Wochen manueller Objekterfassung bei der Inbetriebnahme.
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