Cloud versus On-Premise CAFM: Entscheidungsrahmen
Die Wahl zwischen Cloud-Hosting und On-Premise-Installation ist eine der ersten Entscheidungen bei der CAFM-Auswahl. Beide Modelle haben ihre Vorzuege, und die richtige Wahl haengt von der IT-Strategie, den Sicherheitsanforderungen und dem Skalierungsbedarf Ihrer Organisation ab. Der Markt verschiebt sich in Richtung Cloud, aber das bedeutet nicht, dass On-Premise ueberholt ist.
Deutsche Rahmenbedingungen
Deutsche Behoerden und oeffentliche Einrichtungen muessen bei Cloud-Loesungen die BSI-Grundschutzanforderungen und die Vorgaben zur IT-Sicherheit gemaess DSGVO einhalten. Die Anforderungen an die Datenverarbeitung innerhalb der EU (Art. 44 ff. DSGVO) sind bei internationalen Cloud-Anbietern besonders zu pruefen. ISO 27001 und BSI C5 (Cloud Computing Compliance Criteria Catalogue) sind in Deutschland gaengige Nachweise fuer Informationssicherheit bei SaaS-Anbietern. KRITIS-Betreiber unterliegen zusaetzlichen Anforderungen gemaess dem IT-Sicherheitsgesetz.
Schlüsselbegriffe
- SaaS
- Software as a Service. Das CAFM-System laeuft in der Cloud des Anbieters. Der Kunde zahlt ein Abonnement und ist nicht fuer Serverwartung oder Updates verantwortlich.
- On-Premise
- Das CAFM-System wird auf Servern der Kundenorganisation installiert. Der Kunde ist fuer Wartung, Updates und Verfuegbarkeit verantwortlich.
- Hybrides Hosting
- Kombination aus Cloud und On-Premise: z. B. die Anwendung in der Cloud, aber sensible Daten auf eigenen Servern. Komplexer, aber manchmal notwendig.
- Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV)
- Vertrag zwischen der Organisation und dem Cloud-Anbieter, der regelt, wie personenbezogene Daten verarbeitet, gesichert und gespeichert werden. Pflicht gemaess DSGVO.
- Vendor Lock-in
- Abhaengigkeit von einem einzigen Anbieter, durch die ein Wechsel zu einem anderen System technisch oder vertraglich erschwert wird.
Schritt-fuer-Schritt-Vorgehen
Stellen Sie zunaechst fest, was die IT-Strategie Ihrer Organisation vorschreibt. Viele Organisationen verfolgen eine Cloud-first-Politik, was die Entscheidung vereinfacht. Wenn es keine organisationsweite Vorgabe gibt, treffen Sie die Abwaegung nach vier Kriterien: Kosten, Sicherheit, Flexibilitaet und Betrieb.
Cloud (SaaS) hat eine niedrigere Einstiegshuerde: keine Serverhardware, schnelle Implementierung und automatische Updates. Die Kosten sind ueber Abonnements planbar. Kehrseite: Sie sind abhaengig von Verfuegbarkeit und Sicherheitsrichtlinien des Anbieters, und Datenmitnahme bei Vertragsende verdient Aufmerksamkeit.
On-Premise gibt maximale Kontrolle ueber Daten und Infrastruktur, erfordert aber eigene IT-Kapazitaet fuer Betrieb, Updates und Sicherheit. Die Anfangsinvestition ist hoeher, und Upgrades sind aufwendiger. Fuer Organisationen mit strengen Sicherheitsanforderungen oder spezifischen Compliance-Vorgaben kann On-Premise notwendig sein. Fragen Sie bei Cloud-Anbietern immer nach Rechenzentrumsstandort (EU/DE), ISO 27001- oder BSI C5-Zertifizierung, AVV und Datenexportmoeglichkeiten. Bei On-Premise: Berechnen Sie die Total Cost of Ownership einschliesslich Serverhardware, Lizenzen, Betriebsstunden und Upgrade-Aufwand ueber fuenf Jahre.
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